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Aktuelle Themen und Theoriediskurse in der Sozialen Arbeit

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Edited By Nina Oelkers and Martina Richter

Dieser Sammelband widmet sich der Analyse gegenwärtiger Transformationsprozesse Sozialer Arbeit aus unterschiedlichen theoretischen Blickwinkeln. In den Beiträgen wird sich mit ausgewählten neuen oder neu thematisierten Begriffen, Konzepten und Theorienentwürfen beschäftigt, die Aufschluss geben können über eine reformulierte Funktionsbestimmung Sozialer Arbeit. Diese wird im Kontext aktueller Debatten um einen «Aktivierenden Sozialstaat» kritisch reflektiert.

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Soziale Kontrolle. Prävention und soziale Probleme als Denkfolien Sozialer Arbeit und sozialpädagogischen Handelns? Sascha Schierz

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Folgt man einer gängigen Interpretation sozialpädagogischen Handelns, reagiert die Soziale Arbeit vor allem auf soziale Probleme (Kriminalität, Drogenkonsum, Obdach- und Wohnungslosigkeit etc.), fördert soziale Integration und Kohäsion in multikulturellen Gesellschaften oder sie kümmert sich um die Leiden von Menschen, die in einem Zusammenhang mit sozialen Wandlungsprozessen ihre Handlungsfähigkeit vorübergehend verlieren (vgl. Böhnisch 2008; kritisch Dol- linger 2008). Als soziales System vermittelt sie damit individuelle Bedürftigkeit und gesellschaftliche Normalitätsvorstellungen. Sozialpädagogisches Handeln und Wissen artikuliert sich in dieser Sichtweise als nahezu natürliche Reaktion gegenüber den größeren und kleineren Leiden der Gesellschaft, die durch einen professionellen Blick erfasst und bearbeitet werden (vgl. Dollinger 2008; Dol- linger 2010). Vor allem soll die Praxis präventiv wirksam werden, die Gesell- schaft so mitgestalten, dass man als Individuum eigentlich nicht herausfällt. Schaut man allerdings soziologisch informiert etwas genauer hin, findet sich die Soziale Arbeit mit einer Rückbindung an sozialpolitisches bzw. staatliches Han- deln vor allem auch in der Situation wieder, nicht einfach zu helfen und zu inte- grieren, sondern eben auch an der Verwaltung und Normalisierung von sozialen Benachteiligungen mitzuwirken oder eben jenseits der Funktion des Helfens immer auch überwachende und kontrollierende Tätigkeiten zu umfassen (vgl. Huber/Schierz 2012). Sie ist Teil des Herrschaftssystems einer Gesellschaft und wirkt als „linke Hand des Staates“ (vgl. Wacquant 2009) auch an der Gestaltung der Gesellschaft mit. Eben diese Verbindung hin zu einem „doppelten Mandat“ Sozialer Arbeit zwischen Hilfe und Kontrolle lässt...

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