Show Less

Die Auswirkungen der Nichtbeachtung englischer handelsrechtlicher Publizitätspflichten auf eine Private Company Limited by Shares mit Verwaltungssitz in Deutschland

Series:

Dominik Nikol

Der Autor befasst sich mit der Private Company Limited by Shares (kurz: Limited), deren Anzahl in Deutschland nach einer Reihe von Entscheidungen des EuGH stark angestiegen ist. Bei der Gründung einer Limited wird oftmals außer Acht gelassen, dass zahlreiche englische handelsrechtliche Publizitätspflichten zu beachten sind. Ziel der Untersuchung ist es, nach grundlegender Darstellung dieser englischen Publizitätspflichten die Sanktionen bei Nichtbeachtung der Publizitätspflichten aufzuzeigen, die gerade eine in Deutschland tätige Limited treffen können. Besonderes Augenmerk wird hierbei auf die Löschung der Limited gelegt. Die Arbeit gibt potentiellen Unternehmensgründern, aber auch Gläubigern Empfehlungen, wie sie sich bei der Interaktion mit einer Limited hinreichend schützen können.

Prices

Show Summary Details
Restricted access

E. Grenzüberschreitende Konsequenzen

Extract

Mit der hohen Anzahl der mit Verwaltungssitz in Deutschland aktiven Limiteds stellt sich nun die Frage, welche Konsequenzen die Nichtbeachtung der oben aufgeführten englischen Publizitätspflichten gerade für diese mit sich bringt. Es soll also geprüft werden, wie sich die dargestellten Sanktionen auf die officers in Deutschland (E. I.), wie auch auf die „deutsche“ Limited selbst auswirken kön- nen (E. II.). Die Schwerpunkte dieser Untersuchung sollen wiederum in den Auswirkungen der Verhängung einer disqualification order (E. I. 2.) sowie den Auswirkungen der Löschung der Gesellschaft im Register liegen (E. II. 2.). I. Konsequenzen für die officers 1. Sanktionen des CA 2006 Fraglich ist, inwiefern der englische Staat die Möglichkeit hat, eine verhängte Geldstrafe bzw. Geldbuße in Deutschland durchzusetzen. So ist eine Vollstre- ckung des Betrages dem englischen Staat aufgrund der Staatensouveränität frei- lich nicht ohne ein Mitwirken der Bundesrepublik Deutschland möglich. Viel- mehr bedarf es einer Regelung, welche eine vom Ausland veranlasste Vollstre- ckung legitimiert. Eine Vollstreckung ausländischer Geldsanktionen stellte sich bisher aber als schwierig dar. 736 Am 28.10.2010 trat allerdings die Umsetzung des Rahmenbeschlusses über die gegenseitige Anerkennung von Geldstrafen und Geldbußen 737 in Form eines Gesetzes zur Änderung des IRG 738 in Kraft. 739 Zweck des Rahmenbeschlusses und der geänderten bzw. neuen Vorschriften ist es, jedem Mitgliedstaat Voll- streckungshilfe durch Vollstreckung einer rechtskräftigen, gegen einen Betrof- fenen verhängten Geldsanktion – Geldstrafe oder Geldbuße – zu bieten. 740 736 Bönke, NZV...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.