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Bildung durch Dichtung – Literarische Bildung

Bildungsdiskurse literaturvermittelnder Institutionen um 1900 und um 2000

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Edited By Christian Dawidowski

Welche Deutungsmuster, Vorstellungen und diskursiven Strategien bewirken die Durchsetzungskraft der Hochwertbegriffe Bildung durch Dichtung oder literarische Bildung im Kontext der Vermittlung von Literatur? Dieser Frage widmet sich der vorliegende Band. Er ergründet Kontinuitäten und Brüche zwischen Bildungsbegriffen des 19. und des 20./21. Jahrhunderts, um aufzuzeigen, wie die den Bildungsdebatten des 19. Jahrhunderts zugrunde liegende Trias Literatur – Nation – Bildung sich in der Gegenwart zu einem begrifflichen Geflecht aus den Elementen literarische Bildung, gesellschaftlich handlungsfähiges Subjekt und Kompetenz wandeln konnte.

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III. Einzelstudien und vergleichende Studien zu Bildungsdiskursen um 2000

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Zwischen Erbe und Erlebnis. Bildung in literarischen Museen um 1900 und 2000 Julia Heuer und Anna Rebecca Hoffmann 1. Vorbemerkungen Das Museum wird dem International Council of Museums (ICOM) zufolge offi- ziell definiert als eine gemeinnützige, ständige, der Öffentlichkeit zugängliche Einrichtung im Dienst der Gesellschaft und ihrer Entwicklung, die zu Studien-, Bildungs- und Unterhal- tungszwecken materielle Zeugnisse von Menschen und ihrer Umwelt beschafft, be- wahrt, erforscht, bekannt macht und ausstellt.1 Damit wird die Bildungsfunktion neben dem Sammeln und Bewahren als eine Aufgabe von Museen bereits in dieser allgemeinen und breiten Definition be- nannt. Im Folgenden werden wir der Frage nachgehen, welche Bedeutungsvari- anten von Bildung im Kontext literarischer Museen um 2000 existieren bzw. um 1900 existierten. Lässt sich für die museale Unterkategorie – literarische Muse- en – eine spezifische Form literarischer Bildung feststellen? Und wenn ja, wie hat sich diese seit der Gründung des ersten Literaturmuseums 18472 verändert? Welche Bildungsintentionen waren im 19. Jahrhundert und welche im 20. Jahr- hundert mit dem literarischen Museum verbunden? Um diese Fragen historisch-komparativ beantworten zu können, werden wir rekonstruktiv vorgehen: Anhand der Konzeptionen und grundsätzlichen Aus- richtungen von Ausstellungen soll rekonstruiert werden, welche Bildungsmög- lichkeiten diese jeweils um 1900 und um 2000 bieten. Parallel dazu werden zeitgenössische Bildungs- und Museumsdiskurse aufgegriffen, um sich den je- weiligen dahinterstehenden Leitgedanken annähern zu können. Durch dieses methodische Vorgehen können Tendenzen aufgezeigt werden, die jedoch einer weiteren quellenhistorischen Ausweitung und Fundierung bedürften, um reprä-...

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