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Aquele século teve muitas heroinas

Festschrift für Maria de Fátima Viegas Brauer-Figueiredo zum 70. Geburtstag

Series:

Henry Thorau, Kathrin Sartingen and Paulo de Medeiros

Der Sammelband ist eine Festschrift zum 70. Geburtstag von Dr. Maria de Fátima Viegas Brauer-Figueiredo, die von 1968 bis 2008 als Dozentin und Lektorin für Portugiesisch an der Universität Hamburg unterrichtet hat. Ihr Wirken reicht weit über ihre Heimatuniversität hinaus: als Pädagogin und Sprachwissenschaftlerin wie als Autorin mehrerer Standardwerke hat sie den portugiesischen Sprachunterricht und die Lusitanistik an deutschsprachigen Universitäten nachhaltig geprägt. Ihr Praktisches Lehrbuch Portugiesisch, 1975 bei Langenscheidt publiziert, erreichte bis 2003 die 18. Neuauflage, 1978 zeichnete sie verantwortlich für die Neufassung von Langenscheidts Universalwörterbuch Portugiesisch. Der Band enthält Prosa und Lyrik von Lídia Jorge, Teolinda Gersão und Fernando Clara sowie Aufsätze von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern zu lusitanistischen Themen aus den Bereichen der Literatur-, Kultur- und Sprachwissenschaft. In ihrer Bandbreite spiegeln die Texte das große Wissens- und Forschungsspektrum von Fátima Viegas Brauer-Figueiredo wider.

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Portugiesische Gothic Fiction? Camilo Castelo Brancos Anátema

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Martin Neumann Universität Hamburg Auf dem rückwärtigen Coverdeckel der Europa-América-Taschenbuchausgabe von Camilo Castelo Brancos Anátema (Mem Martins, s.d.) liest man den zwei- fellos als reißerisch gedachten Hinweis, das Werke besitze “o emaranhado de situações e o crescendo de tensão em que se reconhece construção de romance policial.” Dieser Hinweis auf den Kriminalroman ist jedoch inadäquat, denn zum einen sind vertrackte Situationen sowie steigende Spannung nicht nur für den Kriminalroman konstitutiv, zum anderen fehlt ein Großteil der strukturellen Elemente, die eine gute Detektivgeschichte ausmachen, wie etwa ein Ermittler, der anhand zahlreicher Indizien die Aufklärung eines Verbrechens betreiben würde, etc. Was sich aufgrund einiger spezifischer Ingredienzien – und Camilo selbst spricht in einem seiner zahllosen Erzählerkommentare von einer horrenda história (Branco, s.d.: 931) – sehr viel mehr als intertextuelle Folie anbietet, ist der englische Gothic novel,2 der üblicherweise eine recht komplexe Handlungs- führung per definitionem mit einem Verbrechen und der daraus resultierenden ‘unheimlichen’ Spannung verbindet. Camilo, so meine These, rekurriert recht auffällig auf dieses Modell,3 belässt es aber nicht dabei, sein/e Vorbild/er zu ko- pieren – was fast ein halbes Jahrhundert nach der Hochblüte der englischen Schauerromane auch kaum noch ernsthaft möglich gewesen sein dürfte – son- dern er greift bestimmte Elemente heraus, um sie parodistisch gegen- oder um- zuschreiben, was auch in dem grundsätzlich wohl ‘parodistischen’ Gesamtkon- zept des Textes gesehen werden muss – dazu später. Weshalb er welche Ele-...

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