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Textlinguistik als Querschnittsdisziplin

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Zofia Berdychowska, Zofia Bilut-Homplewicz and Beata Mikolajczyk

Die Untersuchung der Textualität und die Bestimmung von Textsorten sind bis heute die grundlegenden Forschungsbereiche der Textlinguistik. Das Untersuchungsspektrum wird aber laufend durch neue Erkenntnisse und neue methodische Zugänge erweitert. Der Band fokussiert die aktuellen Forschungsinteressen und ebenso den Erkenntnisstand der polnischen und der ausländischen germanistischen Textlinguistik. Im Mittelpunkt stehen der qualitative und der mediale Wandel sowie das Verhältnis der Textlinguistik zu anderen Disziplinen wie zur Diskursforschung. In diesem Zusammenhang gewinnt das Plädoyer für die Textlinguistik als Querschnittsdisziplin an besonderer Relevanz.

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Textlinguistik: pragmatisch, semiotisch, diachronisch, kulturell und kontrastiv?

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Bernd Spillner Abstract Die Textlinguistik hat sich in einer relativ kurzen Zeit zu einem ausgebauten Zweig der Sprachwissenschaft entwickelt, in dem Texte/Diskurse/Äußerungen als kommunikative bzw. kommunikativ definierbare Objektbereiche fungieren. Ein deutlicher Beleg dafür ist die Fülle an Einführungen, Überblicken und neuerdings handbuchartigen Zusammenfassungen, die bislang vorgelegt wurden (ohne Anspruch auf Vollständigkeit: Werlich 1975, Harweg 1979, Coseriu 1981, de Beaugrande/Dressler 1981, Heinemann/Viehweger 1991, Vater 1992, Adam 1992, Simmler 1997, Brinker et al. 2000/01, Heinemann/Heinemann 2002, Fandrych 2011, Wüest 2011). Es erscheint daher angebracht, den Forschungsstand in kurzen Rückblicken und einer Bestandsaufnahme der Analyseansätze zu skizzieren. Dies wird in kurzen Thesen mit ergän- zenden Kommentaren geschehen. Thesen 1. Die moderne Textlinguistik ist unter kommunikativen Aspekten seit der anti- ken Rhetorik das erste vollständige Instrument der Sprachwissenschaft. Dies gilt sowohl für die Textproduktion als auch für die Textanalyse. Ein Desiderat ist bislang ein theoretischer und methodischer Abgleich der Pro- duktions- und Analyseschritte in der traditionellen Rhetorik mit den Verfahren der Textlinguistik. Zum Beispiel wäre die neuere Textlinguistik durch Katego- rien der rhetorischen Topik zu ergänzen (Ideenfindung, Suche von thematischem Material, Recherche in Datensammlungen etc.) und die rigide Abfolge der rheto- rischen Produktionsschritte (‚partes orationis‘) durch rekursive Verfahren der Psycholinguistik zu modifizieren. 2. Im Gegensatz zu früheren linguistischen Objektbereichen wie Lauten, Syn- tagmen, Sätzen handelt es sich bei Texten/Diskursen/Äußerungen um adäquate kommunikative Einheiten. Im 19. Jahrhundert befassten sich Sprachwissenschaftler ganz überwiegend mit Sprachursprung, historischem...

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