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Sportbeugung

Manipulationsverhalten von Schiedsrichtern im Fußballsport als strafbares Unrecht und die Bedeutung der allgemeinen Täuschung für das Strafrecht

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Zübeyde Duyar

Begründet die Spielmanipulation durch Schiedsrichter im Fußballsport ein Kriminalunrecht? Das Verhältnis der Beteiligten im Fußballsport wird in diesem Buch als Anerkennungs- bzw. Rechtsverhältnis verstanden, innerhalb dessen die Spielmanipulation durch Schiedsrichter als Unrecht qualifiziert werden muss. Diese These wird rechtsphilosophisch begründet. Ein umfassender Schutz des Sports und des darin manifestierten Individualrechts der Beteiligten auf neutrale Spielentscheidungen durch Schiedsrichter wird weder durch die vorhandenen strafrechtlichen noch durch die Sportverbände gewährleistet. Daher muss der Gesetzgeber das Verhalten des Spiele manipulierenden Schiedsrichters notfalls auch strafrechtlich ahnden und einen entsprechenden sportspezifischen Straftatbestand erlassen.

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Einleitung

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A. Einführung in die Problematik Für den Vorsitzenden des DFB-Schiedsrichterausschusses, Volker Roth, galt der ehemalige Bundesliga-Nachwuchsschiedsrichter Robert Hoyzer als besonders talentiert. Deshalb hatte er ihn sehr früh gefördert und großes Vertrauen in ihn gesetzt. Als bekannt wurde, dass Hoyzer Fußballspiele absichtlich manipuliert hat, äußerte sich Roth zum sog. „Fall Hoyzer“ und dem Schiedsrichterskandal von 2005 folgendermaßen: „Ich bin erschüttert, dass all meine Werte, für die ich mein Leben lang eingestanden bin, durch einen 25-Jährigen über den Haufen geworfen werden konnten.“1 Der für das tägliche und geschäftliche Leben geltende Vertrauensgrundsatz fin- det insbesondere im Sport, und somit auch im Fußballsport, seinen Nieder- schlag. Auch hier müssen die Beteiligten sich gegenseitiges Vertrauen entge- genbringen und im Rahmen allgemeiner Fairness aufeinander Rücksicht neh- men. Selbst wenn Anlass zum Misstrauen besteht, gelten diese Grundsätze fort. Moral und Recht liegen in diesen Fragestellungen und ihren Antworten nahe beieinander. Schiedsrichter2 – Schild spricht vom „Spielrichter“3 – spielen dabei aufgrund ihrer Aufgabe und Funktion für das Fußballspiel eine bedeutsame Rol- le. Seit der offiziellen Festlegung im Jahre 1891, Schiedsrichter zu alleinigen Spielleitern zu erheben4, werden umstrittene und zweifelhafte Regelauslegungen Woche für Woche nicht nur an Stammtischen debattiert, sondern vor allem auch durch die Medien vermittelt und gegebenenfalls kritisiert5. Und da der Fußball- sport nicht zuletzt auch von den Diskussionen um und über ihn lebt, haben auch Schiedsrichter (möglicherweise ungewollt) einen nicht unbeachtlichen Anteil an...

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