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Sportbeugung

Manipulationsverhalten von Schiedsrichtern im Fußballsport als strafbares Unrecht und die Bedeutung der allgemeinen Täuschung für das Strafrecht

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Zübeyde Duyar

Begründet die Spielmanipulation durch Schiedsrichter im Fußballsport ein Kriminalunrecht? Das Verhältnis der Beteiligten im Fußballsport wird in diesem Buch als Anerkennungs- bzw. Rechtsverhältnis verstanden, innerhalb dessen die Spielmanipulation durch Schiedsrichter als Unrecht qualifiziert werden muss. Diese These wird rechtsphilosophisch begründet. Ein umfassender Schutz des Sports und des darin manifestierten Individualrechts der Beteiligten auf neutrale Spielentscheidungen durch Schiedsrichter wird weder durch die vorhandenen strafrechtlichen noch durch die Sportverbände gewährleistet. Daher muss der Gesetzgeber das Verhalten des Spiele manipulierenden Schiedsrichters notfalls auch strafrechtlich ahnden und einen entsprechenden sportspezifischen Straftatbestand erlassen.

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4. Teil: Ermittlung des Handlungs- und Erfolgsunrechts von Spielmanipulationen durch Schiedsrichter im Fußballsport unter dem Gesichtspunkt der Beeinträchtigung des Sports

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248 4. Teil: Ermittlung des Handlungs- und Erfolgsunrechts von Spielmanipu- lationen durch Schiedsrichter im Fußballsport unter dem Gesichtspunkt der Beeinträchtigung des Sports Unter dem Gesichtspunkt der Beeinträchtigung des Sports als möglicherweise schutzwürdiges Rechtsgut sind neben der Rechtsgutslehre, der Sozialschadens- lehre, normativer sowie rechtsphilosophischer Überlegungen als weiteres straf- rechtsdogmatisches Kriterium für die Begrenzung strafwürdigen Verhaltens der Handlungs- und Erfolgsunwert als Bestandteile des strafrechtlichen Unrechts eines Verhaltens zu ermitteln. Nach heutiger Auffassung setzt die Tatbestandser- füllung stets einen Handlungs- sowie einen Erfolgsunwert voraus, das Unrecht besteht in einer Verbindung beider Komponenten1323. Die Beantwortung der Frage, ob die fragliche Beeinträchtigung als derart schwerwiegende Rechtsguts- verletzung einzustufen ist oder ob diese lediglich ein unerwünschtes und lästiges Verhalten darstellt, setzt sich folglich aus den Elementen des Handlungs- und Erfolgsunwertes zusammen1324. Der Handlungsunwert beschäftigt sich mit der Art und Weise der Rechtsgutsverletzung oder -gefährdung und trifft eine Aussa- ge über die Verwerflichkeit der Angriffshandlung. Der Erfolgsunwert knüpft dagegen an die Verletzung oder Gefährdung des Rechtsguts an und steht in Ab- hängigkeit zu dem Wert, der dem angegriffenen Gut in der Gesellschaft beige- messen wird1325. Handlungs- und Erfolgsunwert sind dabei im Zusammenhang zu verstehen. Sie stehen in einer Wertebeziehung zueinander, nach welcher eine Beeinträchtigung des Rechtsguts umso eher als strafwürdig anzusehen sein wird, je höher der Erfolgsunwert einzuschätzen ist und umgekehrt bei sinkendem Er- folgsunwert das Ausmaß des Handlungsunwertes entsprechend zunehmen muss, um eine Strafwürdigkeit zu...

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