Show Less

Schulische Gewaltprävention

Abbau sozialer Benachteiligung durch Schulentwicklung

Series:

Jutta Wawretschek-Wedemann

Schulische Gewaltprävention ist ein zentrales Element von Schulentwicklung. Verstanden als Förderstrategie, kann sie eine Präventions- und Interventionsmöglichkeit darstellen, die benachteiligten Kindern und Jugendlichen zugutekommt. Vor dem Hintergrund einer theoretischen Bestandsaufnahme schulischer Gewaltprävention gibt die als Fallstudie angelegte Untersuchung einen Einblick in die Umsetzung schulischer Gewaltprävention entlang der Gestaltungsebenen von Schulentwicklung am Beispiel von Hamburg und Berlin.

Prices

Show Summary Details
Restricted access

5 Reflexion und Ausblick

Extract

Vor dem Hintergrund kumulativer Prozesse sozialer Benachteiligung im Bil- dungssystem rückt die Frage nach Maßnahmen der Schulentwicklung und der schulischen Gewaltprävention in das Zentrum des Interesses. Soziale Benachtei- ligung im Bildungssystem lässt sich verstehen vor dem Hintergrund einer sozial- strukturell bedingten ungleichen Verteilung von Kapitalressourcen, spezifischen Sozialisationsprozessen sowie einer Kompetenzentwicklung, die an schulische Leistungsanforderungen und Verhaltenserwartungen ungleich vorangepasst ist. Daran schließen Benachteiligungen in Form institutioneller Bedingungen, kom- positorischer Effekte durch die soziale Zusammensetzung der Schülerschaft in den Haupt-, aber auch den Realschulen und die geringe Anerkennung lebens- weltlicher Wissensformen und Kompetenzstrukturen im Schulsystem an. In diesem Kontext stellt sich Gewalt als ein negativer Effekt sozialer Be- nachteiligung dar, der auf individuelle, familiäre, soziale, peerbezogene und schulische Risikofaktoren der Gewaltentstehung, die im Wesentlichen auch als Risikofaktoren der Bildungsbenachteiligung zu verstehen sind, zurückzuführen ist. Gewalt ist aus sozialisations- und ungleichheitstheoretischer Perspektive als ein Anpassungs- und Bewältigungsversuch zur Demonstration von Handlungs- fähigkeit und als Mittel zum Erwerb sozialer Anerkennung zu verstehen. In die- ser Perspektive ist Gewalt immer sinnhaft und funktional. Gleichzeitig stellt sie aber vor dem Hintergrund ihrer negativen Wirkungen ein weiteres Risiko im Rahmen kumulativer Benachteiligungsprozesse dar, das es zum Wohle der Ge- meinschaft und des Einzelnen zu reduzieren gilt. Negative Auswirkungen sind die Opferwerdung und die durch die Gewaltbelastung hervorgerufenen Verunsi- cherungen, Überforderungen und Verletzungen der Handlungsfähigkeit der schulischen Akteure einerseits sowie die Gefahr der Stigmatisierung, Kriminali- sierung und Ausgrenzung von gesellschaftlichen Teilhabemöglichkeiten der Tä- ter...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.