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Das bundesweite Fußball-Stadionverbot

Eine rechtliche Untersuchung mit Praxishinweisen für Fußballvereine und Betroffene

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Linus Schmitt

Diese Arbeit liefert erstmals einen umfassenden Überblick über die Thematik des bundesweiten Stadionverbots. Sie soll zur wissenschaftlichen Diskussion beitragen und richtet sich zugleich an alle Fußballvereine, Fans und Fanprojekte. In der Praxis kann dieses Buch als Nachschlagewerk dienen, um einen gerechten Umgang mit Stadionverboten zu gewährleisten. Es soll die Unsicherheiten beseitigen, die die Diskussion über dieses Mittel der Gewaltprävention verursacht hat: «Rechtsstaatlich untragbar», «im Zweifel gegen den Fußballfan» – Medien, Fans und das Schrifttum reagierten empört, weil der Bundesgerichtshof ein Stadionverbot bestätigte, obwohl der Betroffene weder strafrechtlich verurteilt noch sein Tatbeitrag innerhalb einer Gruppe nachgewiesen war. Diese Arbeit schlägt klare Lösungen und neue Reformen vor.

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Kapitel 6 Rechtsschutz gegen Stadionverbote

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Spricht die „Stadionverbots-GbR“ ein bundesweites Stadionverbot gegen den Betroffenen aus, wird dieser sich die Frage stellen, ob und wie er sich dagegen rechtlich verteidigen kann. Schließlich entfaltet das bundesweite Stadionverbot zahlreiche Wechselwirkungen mit vielen Gebieten des materiellen Rechts. Diese Erkenntnis aus dem vorherigen Kapitel lässt sich auch auf das Prozessrecht übertragen. Daran soll sich dieses Kapitel orientieren. A. Zivilrechtlicher Rechtsschutz Da das Stadionverbot ursprünglich dem Zivilrecht entstammt, ist vorrangig dar- zustellen, wie sich der Betroffene der zivilrechtlichen Rechtsfolgen erwehren kann. Er kann sich außerprozessual verteidigen und notfalls zivilgerichtliche Hilfe in Anspruch nehmen. I. Außerprozessuale Verteidigungsmöglichkeiten Bevor der Betroffene den Zivilrechtsweg beschreitet, ist ihm zu empfehlen, zu- nächst alle außerprozessualen Verteidigungsmöglichkeiten auszuschöpfen. 1. Kein Anspruch auf rechtliches Gehör vor Stadionverbotserteilung Zunächst stellt sich der Betroffene häufig die Frage, ob der Verein ihn (über die „Stadionverbots-GbR“) zu den Umständen der Tat anhören muss, bevor er ein Stadionverbot ausspricht. Das Verbandsrecht kennt ein Anhörungsrecht des Be- troffenen nicht. Es will im Gegenteil den präventiven Zweck des Stadionverbots hervorheben und normiert deswegen in § 3 Abs. 3 S. 1 SVR, dass die Vereine das Stadionverbot möglichst zeitnah zur sicherheitsbeeinträchtigenden Handlung festsetzen sollen, in der Regel sobald der Verein erfährt, dass gegen den Betrof- fenen ein Ermittlungsverfahren eingeleitet ist. § 3 Abs. 3 S. 2 SVR stellt klar, dass es nicht erforderlich ist, den Betroffenen vorher anzuhören. Nach § 5a SVR soll der Betroffene aber spätestens...

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