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Die altenglische Interlinearversion der Benediktinerregel: Edition und Kommentar

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Janna Müller

Im Zentrum dieser Arbeit steht die kritische und kommentierte Neuedition der allein in der Handschrift Cotton Tiberius A.iii erhaltenen altenglischen Interlinearversion der Benediktinerregel und ihres lateinischen Textes. Der Edition geht eine umfassende Einleitung voraus, deren zentrale Aspekte der textkritische Vergleich von lateinischem Text und altenglischer Glosse, die ausführliche Erfassung und Untersuchung von Phonologie und Morphologie, die detaillierte Analyse der Glossierungstechnik sowie des Wortschatzes und die ausführliche Beschreibung und Erörterung der Konstruktionshilfen sind. Diese Arbeit liefert nicht nur neue Erkenntnisse zu Entstehung und Datierung der Glosse, sondern vermag auch den Blick auf die Benediktinerreform in England und deren Leistung zu schärfen.

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1. Zur vorliegenden Edition

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Die von Benedikt von Nursia († um 550) verfaßte und nach ihm benannte Regula S. Benedicti ist eines der wichtigsten Dokumente in der gesamten Geschichte des westlichen Mönchtums.1 Diese Regel zu verstehen und zu verinnerlichen steht für den Benediktinermönch an erster Stelle. Um etwaiger Unkenntnis entgegen- zuwirken, legt Benedikt in Kap. LXVI.8 folgendes fest: „Hanc autem regulam sepius uolumus in congregatione legi, ne quis fratrum se de ignorantia excuset.“ (RSB LXVI.8) „Diese Regel wollen wir aber öfters in der Gemeinschaft gelesen ha- ben, damit sich keiner der Brüder mit Unkenntnis entschuldige.“ (Steidle 1952: 321)2 In England bemühte man sich, die Kenntnis der Regel zu erleichtern, indem man den Text bereits früh in die Volkssprache übersetzte. Im 10. Jahrhundert, dem Jahrhundert der englischen Benediktinerreform, deren Ziel die Normierung des klösterlichen Lebens in England nach karolingischem Vorbild war, fertigte Bischof Æthelwold von Winchester (963-984) die erste englische Übersetzung der Benediktinerregel an. Die Notwendigkeit dieser Übersetzung begründete er in dem als Edgar’s Establishment of Monasteries (EEM) bezeichneten Vorwort seiner Übersetzung in Anlehnung an die Worte des Hl. Benedikts unter anderem folgendermaßen:3 1 RB 1980: 65. Zu Benedikt siehe auchODCC: 184, LkMA I: 1867-8 undTRE V: 538-549. 2 Siehe RB 1980: 289, Anm. zu der Frage, ob obiges Zitat aus Kapitel LXVI.8 auf die gesamte Regel bezogen ist. Vgl. auch Steidle (1952: 321). 3 Zur altenglischen Übersetzung des Textes durch Bischof Æthelwold von Winchester siehe Gretsch (1973) und id. (1999). Zu EEM siehe...

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