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Translationswissenschaftliches Kolloquium III

Beiträge zur Übersetzungs- und Dolmetschwissenschaft (Köln/Germersheim)

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Edited By Barbara Ahrens, Silvia Hansen-Schirra and Monika Krein-Kühle

Mit diesem Band liegt die dritte Ausgabe der Beiträge zum Translationswissenschaftlichen Kolloquium vor. Diese Einrichtung basiert auf der Zusammenarbeit des Fachbereichs Translations-, Sprach- und Kulturwissenschaft der Universität Mainz in Germersheim und des Instituts für Translation und Mehrsprachige Kommunikation der Fachhochschule Köln. Die insgesamt 15 im Band enthaltenen Beiträge gehen auf Vorträge zurück, die von 2010 bis 2013 an beiden Hochschulen gehalten wurden. Sie beziehen sich auf die folgenden Rahmenthemen: 1. Literarisches Übersetzen, 2. Pragmatik und Translation, 3. Translation und Ideologie, 4. Translation und Sprachkontakt, 5. Gerichtsdolmetschen, 6. Interkulturelle Kommunikation sowie 7. Maschinelle Übersetzung.

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Holger Siever: Strategisches Übersetzen – ein didaktisches Modell

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63 Holger Siever Strategisches Übersetzen – ein didaktisches Modell 1 Einleitung Das Wort Strategie ist spätestens seit dem 19. Jahrhundert im Deutschen geläu- fig und stammt ursprünglich vom altgriechischen strat�gía („Heerführung“), das von strat�gós abgeleitet ist und so viel wie „Feldherr“ oder „Heerführer“ (Kluge 1999: 800) bedeutet. Für die Zwecke der Translationswissenschaft können wir Strategie definieren als ein bewusstes, planvolles und reflektiertes Anstreben ei- nes Ziels unter Berücksichtigung der gegebenen Rahmenbedingungen, der eige- nen Kompetenzen und der verfügbaren Mittel und Ressourcen. Der Strategiebegriff eignet sich sehr gut zur Beschreibung des übersetzerischen Tuns im Rahmen einer handlungstheoretisch fundierten Übersetzungstheorie (Skopostheorie, Funktionalismus). Wer übersetzerisch handelt, übernimmt Ver- antwortung, und das kann er nur, wenn er „Gründe und Zwecke“ (so der Titel von Horn/Löhrer 2010) für seine Handlungen anzugeben weiß. Professionelle Übersetzerinnen und Übersetzer werden sich in der Regel der Verantwortung bewusst sein, wer jedoch das Fach an einschlägigen universitären Einrichtungen studiert, muss erst noch an die Anforderungen des Übersetzer- berufs herangeführt werden. Das Modell des strategischen Übersetzens versucht, die Methodenkompetenz (wie kann jeweils projektspezifisch übersetzt werden?) mit der ethischen Kompetenz (wie kann man der Verantwortung gerecht wer- den?) über den Strategiebegriff zu verbinden. Es ist deshalb nicht als Beschrei- bung oder Abbildung des Übersetzungsprozesses, wie er „wirklich“ abläuft, misszuverstehen, sondern es handelt sich zuvörderst um ein didaktisches Modell zur Verbesserung der Ausbildung künftiger Translatorinnen und Translatoren. Wer professionell übersetzt, plant sein...

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