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Selbstdarstellung in der Wissenschaft

Eine linguistische Untersuchung zum Diskussionsverhalten von Wissenschaftlern in interdisziplinären Kontexten

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Lisa Rhein

Selbstdarstellung, Image- und Beziehungsarbeit spielen in der Wissenschaft eine zentrale Rolle. Dieses Buch untersucht aus vornehmlich gesprächsanalytischer Perspektive, wie Images und Beziehungen der Akteure interaktiv konstituiert und ausgehandelt werden. Im Fokus stehen dabei Fachdiskussionen von Wissenschaftlern auf interdisziplinären Konferenzen. Grundlage ist ein von Soziologie und Psychologie befruchtetes linguistisches Methodeninventar. Die Autorin zeigt, wie Wissenschaftler in Diskussionen Images aufbauen, angreifen und verteidigen, wobei die Fachidentität der Akteure von zentraler Bedeutung ist. Sie erklärt ebenso, wie Wissenschaftler Kompetenz – auch bei vorhandenem Nichtwissen – signalisieren und Humor zur Beziehungsgestaltung nutzen.
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2 Der Rahmen: Selbstdarstellung als Forschungsgegenstand

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Das folgende Kapitel dient der theoretischen Fundierung des Phänomens Selbst- darstellung� Hierzu wird es aus verschiedenen Forschungsperspektiven beleuch- tet3� Hauptarbeitsgebiete sind die Soziologie sowie die (Sozial-)Psychologie; in ihnen wurden unterschiedliche Konzepte mit verschiedener Schwerpunktsetzung entwickelt, die Selbstdarstellungsverhalten erfassen, beschreiben, analysieren und zu erklären versuchen� Selbstdarstellung wird von Sozialpsychologen, Linguisten und Soziologen heute typischerweise in verschiedenen Kontexten untersucht: in der Politik (z� B� Krebs 2007; Schütz 1992), im Sport (z� B� Mummendey 1989), am Arbeitsplatz (z� B� DuBrin 2011) und in den Medien, v� a� in sozialen Netzwerken (z� B� Adalhardt 2013; Cunningham 2013; Haferkamp 2010; Ingold 2013; Misoch 2004)� An diesen Selbstdarstellungsphänomenen sind nicht nur Soziologen und Sozialpsychologen interessiert, sondern auch Medienwissenschaftler, Kommuni- kationswissenschaftler und Psychologen4� Ca� 1925 hatte bereits der Psychologe Sigmund Freud ein Werk dem Thema Selbstdarstellung gewidmet� Wenig später beschäftigte sich der Soziologe George H� Mead (1934) mit dem Thema, kurz darauf Erving Goffman� Diese beiden gelten als die Gründerväter des Impression Management-Ansatzes, auf deren Arbeiten die späteren psychologischen und sozialpsychologischen Arbeiten von u� a� Schlenker (1980), Jones/Pittman (1982), Tedeschi et al� (1985) und Leary (1996) basieren� Die große Anzahl psychologischer, soziologischer und sozialpsychologischer Arbeiten zum Konzept des Selbst und zur Selbstdarstellung hat Mummendey (1995, 2006) gebündelt und systematisiert� In den unterschiedlichen Studien zu Selbstdarstellung wurden nicht nur ver- schiedene Namen für dieses Phänomen bereitgestellt, sondern diese auch un- 3 Es geht in diesem Kapitel nicht darum, mögliche psychologische Erklärungen f...

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