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Selbstdarstellung in der Wissenschaft

Eine linguistische Untersuchung zum Diskussionsverhalten von Wissenschaftlern in interdisziplinären Kontexten

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Lisa Rhein

Selbstdarstellung, Image- und Beziehungsarbeit spielen in der Wissenschaft eine zentrale Rolle. Dieses Buch untersucht aus vornehmlich gesprächsanalytischer Perspektive, wie Images und Beziehungen der Akteure interaktiv konstituiert und ausgehandelt werden. Im Fokus stehen dabei Fachdiskussionen von Wissenschaftlern auf interdisziplinären Konferenzen. Grundlage ist ein von Soziologie und Psychologie befruchtetes linguistisches Methodeninventar. Die Autorin zeigt, wie Wissenschaftler in Diskussionen Images aufbauen, angreifen und verteidigen, wobei die Fachidentität der Akteure von zentraler Bedeutung ist. Sie erklärt ebenso, wie Wissenschaftler Kompetenz – auch bei vorhandenem Nichtwissen – signalisieren und Humor zur Beziehungsgestaltung nutzen.
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9 Diskussion

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9.1 Zusammenfassung In der vorliegenden Arbeit wurde die Selbstdarstellung von Wissenschaftlern linguis tisch untersucht� Zu diesem Zweck wurde zum einen eine umfassende lin- guistische Methode für die Analyse von verbalem Selbstdarstellungsverhalten ent- wickelt� Zum anderen wurde die Methode zur Bearbeitung von vier verschiedenen Fragestellungen angewendet und erprobt� Der Untersuchung lag ein Korpus aus Tonaufnahmen von Diskussionen nach Fachvorträgen, die auf interdisziplinären Tagungen stattgefunden haben, zugrunde� Die zentralen Fragekomplexe, die der Arbeit zugrunde liegen, lauten: • Gegenseitiges positives und negatives Kritisieren (= Kap. 5): Wie äußern Wis- senschaftler positive und negative Kritik in wissenschaftlichen Diskussionen? In welchen sprachlichen Formen geschieht dies, auf was bezieht sich Kritik und wie ist sie begründet? Wie reagieren Wissenschaftler auf positive und negative Kritik und welche Auswirkungen hat Kritik auf das face bzw� die Images der Beteiligten? • Rolle der Fachidentität in interdisziplinären Diskussionen (= Kap. 6): Welche Funktion hat das Thematisieren der eigenen disziplinären Zugehörigkeit in inter- disziplinären Diskussionen? Wann und in welcher sprachlichen Form kommuni- zieren Wissenschaftler ihre Fachidentität? • Kompetenz und Expertenschaft, Nichtwissenskommunikation (= Kap. 7): Wie werden Kompetenz und Expertenschaft von Wissenschaftlern in der Diskussion heraus- und dargestellt? Wie stellen Wissenschaftler sicher, dass sie trotz Nichtwis- sens und Unsicherheit als kompetent wahrgenommen werden? Welche Strategien der Nichtwissens-Thematisierung verwenden sie? • Humor in wissenschaftlichen Diskussionen (= Kap. 8): Wie gelingt es Wissen- schaftlern, sich als Individuen in einem von Sachlichkeit und Rationalität gepräg- ten, kompetitiven Kontext positiv zu präsentieren? Welche Funktionen erfüllt Humor in wissenschaftlichen Diskussionen...

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