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Smart Grids und Datenschutz

Verarbeitung von Energiedaten in intelligenten Stromnetzen aus datenschutzrechtlicher Perspektive

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Johannes Franck

Die Energiewende erfordert den Aufbau von intelligenten Stromnetzen (Smart Grids). Dies birgt Herausforderungen, die nicht auf den ersten Blick erkennbar sind. Der zum Zwecke von Energieeinsparungen initiierte Roll-Out von intelligenten Stromzählern (Smart Meters) macht es möglich, Persönlichkeitsprofile von Verbrauchern zu erstellen und zu kommerzialisieren. Einerseits basieren hierauf innovative Geschäftsideen, andererseits drohen schwerwiegende Beeinträchtigungen der informationellen Selbstbestimmung, die die Akzeptanz des Smart Metering nachhaltig hemmen könnten. Nach einer umfassenden (datenschutzrechtlichen) Analyse der Vor- und Nachteile zeigt der Autor anhand praktischer Lösungsansätze, dass unternehmerische Interessen, Umweltschutz und Datenschutz sich nicht gegenseitig ausschließen.

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Kapitel 6: Abschließende Betrachtung und Ausblick

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197 Kapitel 6: Abschließende Betrachtung und Ausblick A. Abschließende Betrachtung I. Einführung von Smart Grids als Herausforderung Die Energielandschaft steht vor gewaltigen Herausforderungen: Der Wandel von einem traditionellen unidirektionalen hin zu einem multidirektional ausgerichteten Energienetz, welches einerseits erneuerbare Energien einbindet und andererseits mit gigantischen Datenmengen umgehen kann, stellt eine enorme gesamtgesell- schaftliche Aufgabe dar. Bislang basierte die Energieversorgung auf einem weitgehend mechanischen Netz. Beinahe alle anderen Industriebereiche der westlichen Industrienationen durchliefen in den letzten Jahrzehnten grundlegende Innovations- und Moder- nisierungsprozesse. Dies führte zu enormen Verbesserungen in den Bereichen Ef fizienz, Produktivität, Servicequalität und Umweltverträglichkeit.1332 Im Gegen- satz dazu steht eine grundlegende Modernisierung des Energiesektors noch aus. Der Modernisierungsbedarf lässt sich weniger aus einem Funktionalitätsmangel der Stromnetze als vielmehr aus externen Faktoren herleiten. Denn das deutsche Stromnetz funktioniert grundsätzlich gut. Es gilt – beispielsweise im Vergleich zum nordamerikanischen Netz – als äußerst stabil und bietet allen Akteuren eine hohe Zuverlässigkeit.1333 Allerdings machen steigende Nachfrage und die Notwendigkeit zur Integration erneuerbarer Energien eine Erneuerung des Systems unumgänglich. Sowohl die fossilen Energieträger Kohle, Erdöl und Erdgas als auch die Kernenergie sind nicht nachhaltig und mit immensen Risiken behaftet.1334 Wenn die Versor- gung mit konventionellen Energieträgern abnimmt, werden zwangsläufig andere Energieformen erforderlich. Die sogenannte „Grüne Energie“ wird unweigerlich vom Rückgang der traditionellen Energieformen profitieren.1335 Erneuerbare Ener- giequellen wie Windkraft, Solarenergie, Wasserkraft, Geothermie und Biomasse sind die Energieressourcen der Zukunft. Die grundsätzliche Notwendigkeit einer Energiewende ist inzwischen...

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