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Sozial verantwortete Selbstbestimmung in der Medizin

Ein anerkennungstheoretischer Ansatz selbstbestimmten Handelns

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Felix Krause

Die Arbeit untersucht Autonomie (Selbstbestimmung) als bedeutsame humane Fähigkeit und greift damit ein aktuell viel diskutiertes Thema in Theologie, Philosophie, Medizin und Medizinethik auf. Der Autor analysiert die Geltung, Interpretation, Reichweite und Anwendung von Selbstbestimmung, insbesondere im Kontext von Medizin, und fokussiert dabei die Bedeutung von sozialen Beziehungen und Institutionen für die Entwicklung und Ausübung der Fähigkeit zur Selbstbestimmung. In Anlehnung an Axel Honneths Anerkennungstheorie entwickelt der Autor ein selbstständiges Konzept von Autonomie in Form von sozial verantworteter Selbstbestimmung, das gerechtigkeitstheoretische Implikationen enthält und somit Anfragen an Staat, Gesellschaft und Individuum für die Ermöglichung von Selbstbestimmung des vulnerablen Menschen stellt.

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5. Selbstbestimmung – Anerkennung – soziale Beziehungen: ein anerkennungstheoretischer Ansatz selbstbestimmten Handelns

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Die Kontrastierung von Konzepten der relationalen Autonomie mit dem Auto- nomie-Verständnis von Beauchamp und Childress lässt es wünschenswert er- scheinen, eine genauere Betrachtung der relationalen Aspekte der Autonomie anhand der Untersuchung der intersubjektiven Anerkennung anzustellen. In- tersubjektive Anerkennung ist in den vergangenen Jahren zunehmend ein Ge- genstand sozialphilosophischer Untersuchungen geworden. Erste Erkenntnisse dieser Forschungsarbeiten sind bereits in die Medizinethik eingeflossen, jedoch ist bei weitem noch nicht geklärt, welche Rolle intersubjektive Anerkennung in der Medizinethik allgemein und in Bezug auf die Fähigkeit zur Selbstbestim- mung im Konkreten einnimmt. An dieser „Leerstelle“ setzen die Überlegungen dieses Kapitels an. Als Erstes wird dargelegt, was unter dem Begriff der Anerkennung gefasst wird (Abschnitt  5.1). Die Verständnisweisen von Anerkennung als monologi- scher oder dialogischer sowie als eindimensionaler oder multidimensionaler Be- griff sind zu erklären. Hierzu gehört, den Begriff der Anerkennung von anderen (wie etwa Identifikation) abzugrenzen. Es wird zu klären sein, ob Anerkennung als triadische Relation interpretiert werden kann, bei der Person A Person B als oder für X anerkennt. Hinzu tritt die Frage nach dem Status der Anerkennung: Dieser meint entweder (1) eine rein politische Anerkennung, (2) eine rein mora- lische Anerkennung oder (3) ein Zustand des Anerkanntseins über die Sphären Liebe, Recht und Gesellschaft. Es ist eine Begründung dafür zu geben, warum der dritte Status in dieser Arbeit als Bezugspunkt genommen wird. Auf der Grundlage einer Begriffsbestimmung wird die Anerkennungstheorie von Axel Honneth vorgestellt (Abschnitt 5.2). Er verfolgt das Ziel,...

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