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Marktabgrenzung in Zeiten der Medienkonvergenz

Zur Bestimmung des sachlich relevanten Werbemarktes in der deutschen und europäischen Medienfusionskontrolle

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Marten Hinrichsen

Das Buch thematisiert zentrale Folgen des Medienwandels auf das Kartellrecht. Im digitalen Zeitalter kommt es zu komplexen Fusionen und Kooperationen bei internationalen Medienunternehmen. Diese Veränderungen werden von der nationalen und europäischen Rechtsordnung nur unzureichend begleitet. Dies zeigt sich insbesondere bei der für die Fusionskontrolle weiterhin unverzichtbaren Marktabgrenzung. Obwohl die Mediengattungen im Rahmen der Medienkonvergenz immer enger zusammenwachsen, werden die relevanten Märkte weiterhin entlang der Gattungsgrenzen abgegrenzt. Dabei erweist sich insbesondere das Bedarfsmarktkonzept aufgrund heterogener Abnehmergruppen und hoch differenzierter Produkte nur als wenig geeignet, die Wettbewerbsrealität sachgerecht widerzuspiegeln. Stattdessen sollten zukünftig neue ökonomische Konzepte wie der UPP-Test stärker berücksichtigt werden.

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1. Teil: Einführung

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A. Der Medienwandel und seine Folgen für den Wettbewerb Die Medienlandschaft befindet sich im Wandel. Einer der Hauptgründe hierfür ist die fortschreitende Digitalisierung und die damit einhergehende wirtschaftliche Erschließung des Internets. Durch die Bedeutungssteigerung des Internets werden die Wettbewerbsbedingungen in der Medienbranche nachhaltig verändert.1 Ins- besondere wegen der Verbreitung und Aktualität von Informationen ist ein völlig neuer Wettbewerbsdruck entstanden, der die klassischen Mediengattungen vor ungeahnte Herausforderungen stellt.2 So treten neue Wettbewerber auf den Markt und schaffen neuartige Konkurrenz- situationen. Die Printmedien sehen sich durch entsprechende Online-Angebote mit einem neuen Wettbewerbsdruck konfrontiert, dessen Folgen mitunter existenzielle Ausmaße annehmen. Daneben verfestigt sich die Vermarktung von nichtlinearen Video-on-Demand-Angeboten (VoD) durch Multi-Channel-Networks (MCN) als ernsthafte Alternative zum linearen Fernsehangebot.3 Dies hat zur Folge, dass die Fernsehbranche ihren Alleinanspruch auf die aktuelle und massenhafte Vermitt- lung von Bewegtbild-Inhalten stückweise verliert. Insgesamt drängen nicht nur klassische Anbieter von Inhalten, sondern auch andere Anbieter wie der Suchma- schinenbetreiber Google auf den Inhaltemarkt.4 Gleichzeitig wachsen die unterschiedlichen Mediengattungen aufgrund der Digitalisierung immer weiter zusammen. Eine Zeitung lässt sich heutzutage auf elektronische Art und Weise lesen, das Radioprogramm mit dem Computer emp- fangen oder mit modernen SmartTVs im Internet surfen. Dabei verschwimmen die bisherigen Funktionszuweisungen für die einzelnen Mediengattungen und vor- malige Alleinstellungsmerkmale gehen schrittweise verloren.5 Diese technische, aber auch zunehmend inhaltliche Konvergenzentwicklung verschärft den Wettbe- werbsdruck noch weiter. Das Internet wirkt als Katalysator für den Wettbewerb im Medienbereich.6 Die starke Wettbewerbsposition und somit auch...

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