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Die Heiratspolitik der Welfen von 1235 bis zum Ausgang des Mittelalters

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Frederieke M. Schnack

Ehe- und Familienpolitik – für Dynastien des mittelalterlichen Hochadels war dies ein wichtiges Aktionsfeld mit Einfluss auf den Fortbestand der Familien sowie den Rang und die politischen Handlungsoptionen. Vor diesem Hintergrund analysiert die Autorin die Heiratspolitik der Welfen im Spätmittelalter. Sie untersucht für die verschiedenen Linien der Dynastie, welche Ausrichtung der Heiratsverbindungen erkennbar ist und unter welchen politischen Gesichtspunkten die Ehen geschlossen wurden. Dies ermöglicht detaillierte Erkenntnisse zu den Handlungsspielräumen der welfischen Dynastie sowie zu ihrer Stellung im Reichsfürstenstand.

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1. Einleitung

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11. Einleitung Im besonderen Fokus der Welfen hat von jeher die Hausgeschichtsschreibung samt dynastischer Memoria gestanden. Mit der Historia Welforum entstand um 1170 schon in der Frühzeit des Geschlechts ein Werk, dessen Ausrich- tung und Intention für die damalige Zeit völlig neu und singulär waren. Als „älteste ausführliche Familiengeschichte des abendländischen Schrifttums überhaupt“1 widmet sie sich – allerdings oft mit den Anklängen einer Fabel – den Ursprüngen der welfischen Dynastie, der Herkunft ihres Namens und den herausragenden Taten der ersten Stammhalter. Früher als andere hochadlige Geschlechter hatten die Welfen es verstanden, aus der eigenen Geschichte den Anspruch auf politische Geltung abzuleiten: Der anonyme, wohl im Umfeld Welfs VI. zu vermutende2 Chronist erklärt, die Abkömmlinge der Dynastie hätten ihren Machtbereich so sehr ausgedehnt und dabei so viele Besitztü- mer und Ehren erworben, dass sie darin selbst Königen voranstünden, dem römisch-deutschen Kaiser die Lehnshuldigung verweigerten und außerdem 1 König, Erich (Hrsg.): Historia Welforum. Stuttgart/Berlin 1938 (Schwäbische Chroniken der Stauferzeit, Bd. 1), S. VIII. Zur welfischen Memoria und Historio- graphie sowie zum Selbstverständnis der Dynastie um 1200 vgl. beispielsweise Hechberger, Werner: Graphische Darstellungen des Welfenstammbaums. Zum „welfischen Selbstverständnis“ im 12. Jahrhundert. In: Archiv für Kulturgeschichte 79 (1997), S. 269–297, zur Historia Welforum S. 279f.; Oexle, Otto Gerhard: Historia Welforum und Stammbaum der Welfen aus Kloster Weingarten. In: Luckhardt, Jochen/Niehoff, Franz (Hrsg.): Heinrich der Löwe und seine Zeit. Herrschaft und Repr...

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