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Kolonialismus und Dekolonisation in nationalen Geschichtskulturen und Erinnerungspolitiken in Europa

Module für den Geschichtsunterricht

Uta Fenske, Daniel Groth, Klaus-Michael Guse and Bärbel P. Kuhn

Dieser Band bietet Lernenden und Lehrenden einen neuen Zugang zu der Frage, welche Rolle Kolonialismus und Dekolonisation in einer geteilten europäischen Vergangenheit spielen, und stellt Materialien für den Geschichtsunterricht bereit. Die Beiträge sind das Ergebnis des EU-Projektes CoDec, in dem Partner aus Belgien, Deutschland, Estland, Großbritannien, Österreich, Polen und der Schweiz zusammengearbeitet haben. Die einzelnen Module beschäftigen sich mit kolonialen Vergangenheiten, Prozessen von Dekolonisation und Erinnerungspolitiken in verschiedenen Ländern in vergleichender und transnationaler Perspektive. Sie bieten anregende Quellen und konkrete Vorschläge für einen zeitgemäßen Geschichtsunterricht an Europas Schulen.
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Polenbilder in Deutschland im späten 18. und im 19. Jahrhundert: Voraussetzung kolonialer Herrschaftsbeziehungen?

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Einführung in das Modul

Ausgangspunkt des Moduls ist die These der Postcolonial Studies, dass Kolonialismus nicht lediglich als Herrschafts- und Ausbeutungsbeziehung zu sehen ist, sondern zugleich auch immer die Wissenssysteme mitzudenken sind, die diese Beziehungen gestalteten und repräsentierten. Am Beispiel Polens soll die Frage untersucht werden, ob dieser Ansatz auch für die Deutung der Beziehung zwischen West- und Osteuropa trägt. Dazu stellt das Modul zwei Texte in den Mittelpunkt, in denen paradigmatisch und in einem Fall (Quelle 2: Gustav Freytag) mit enormer Breitenwirkung das deutsche Bild Polens von einem unorganisierten Land gezeichnet wird.

Konkret geht es um die Darstellung stereotyper Bilder über Polen, die als Legitimierung für die Aufteilung und Beherrschung des Landes benutzt wurden. Davon ausgehend ist es Ziel dieses Moduls zu fragen, ob man die Beziehung Westeuropas zu Polen mit denen zu überseeischen Kolonien vergleichen kann. Die Frage ist also, ob Polen im 19. Jahrhundert als Semiperipherie verstanden werden kann, d. h. als zum europäischen Zentrum zählender, sehr stark in einer Beziehung zu diesem definierter, aber dennoch in Abhängigkeit zu einem hegemonialen (West-)Europa verstandener Raum.

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