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Von Lenau zu «Laibach»

Beiträge zu einer Kulturgeschichte Mitteleuropas

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Stefan Simonek

Die Beiträge dieses Bandes behandeln unter primär komparatistischer Perspektive Muster kultureller Rezeption und Interaktion in Mitteleuropa mit einem Schwerpunkt auf der Moderne; der Fokus liegt dabei auf der tschechischen, ukrainischen und slowenischen Literatur und deren Kontextualisierung im Rahmen der Donaumonarchie. Mitteleuropa wird als Region ausgewiesen, die um das Jahr 1900 von verschiedenen kulturellen und sprachlichen Codes und von deren spezifischer Engführung geprägt war. Weiter zeigt der Band, dass sich die Verknüpfung dieser Codes in modifizierter Form auch bis in die mittelbare Gegenwart beobachten lässt.
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Mitteleuropa als Schnittstelle interner und externer Theorieangebote

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In den folgenden Überlegungen soll der Versuch unternommen werden, den mitteleuropäischen Raum als methodologische Schnittstelle verschiedener theoretischer Ansätze aus dem Bereich der Kultur- und Literaturwissenschaft zu konzeptualisieren, die über ihren jeweiligen ursprünglichen funktionalen Kontext her auf der einen Seite als (zumindest auf den ersten Blick) autochthon mitteleuropäisch und andererseits als „Übersetzung“ von (wiederum dem ersten Anschein nach) außereuropäischen Theorieangeboten in den mitteleuropäischen Raum hinein verstanden werden können. Konkret handelt es sich bei diesen theoretischen Ansätzen um die in der Auseinandersetzung mit dem postkolonialen Erbe des British Empire entstandenen „Postcolonial Studies“, insbesondere um Homi Bhabhas ausgesprochen einflussreiche und weit über den engeren Bereich postkolonialer Theoriebildung hinauswirkende Studie The Location of Culture (in deutscher Übersetzung als Die Verortung der Kultur) aus dem Jahr 1994 (Bhabha 2000). Einen ersten, wichtigen Versuch, postkoloniale Theoreme aus ihrem primären Funktionszusammenhang herauszulösen und unter verschiedenen, vorrangig aber kulturwissenschaftlichen Gesichtspunkten in den mitteleuropäischen Raum und hier wiederum in die mit diesem bisweilen gleichgesetzte Habsburgermonarchie hinein zu transferieren, stellt der im Jahre 2003 erschienene Sammelband Habsburg postcolonial dar (Feichtinger – Prutsch – Csáky 2003); an diese Veröffentlichung schließen die hier vorgebrachten Ausführungen indirekt auch an.

Das kulturwissenschaftliche Terrain Mitteleuropas kann nun in einem ersten, gleichsam internen Schritt als eine methodologische Schnittstelle von Theorieangeboten interpretiert werden, die allesamt nicht nur in dieser immer schon simultan von mehreren – hierarchisch durchaus unterschiedlich verorteten – Kulturen und Sprachen gemeinsam geprägten kulturellen Region entstanden sind; daneben...

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