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Propädeutik der Unterrichtsmethoden in der Waldorfpädagogik

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Angelika Wiehl

Das Theoriekonzept der waldorfpädagogischen Unterrichtsmethoden von Angelika Wiehl beschreitet Neuland, da zum Theoriebestand der Waldorfpädagogik bisher wenige wissenschaftliche Arbeiten vorliegen – und das, obwohl seit 2000 das wissenschaftliche Interesse an der Waldorfpädagogik stetig steigt. Als zentralen Punkt hebt die Autorin hervor, dass die Unterrichtsmethode mit dem Weg identisch sei, den die Erkenntnis geht. Das Buch stellt argumentativ klar begründet ein neues Forschungsfeld vor, das eine große Relevanz für den zukünftigen Dialog zwischen der Allgemeinen Pädagogik und der Waldorfpädagogik hat. In der Propädeutik der waldorfpädagogischen Unterrichtsmethoden wird die Waldorfpädagogik als ein entwicklungsoffenes Arbeitsfeld vorgestellt.
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5.5 Steiners propädeutische Unterrichtsmethodik für die Waldorfschule

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Eine propädeutische Konzeption der Unterrichtsmethoden hat Entwurfscharakter. Dafür wurden in den vorangehenden Abschnitten die Grundlagen erörtert, die sich ← 196 | 197 → auf bestimmte erkenntnisübende Methoden und die entwicklungsbezogenen Lerndimensionen stützen. Die Erkenntnisübung geht gleichsam jeder Unterrichtsmethode voraus. Intuitives Denken, phänomenologisches Verstehen und die Praxis der Denk- und Wahrnehmungsübungen, die hier aus pädagogischer Sicht als Lehrermethoden eingeführt wurden, stehen am Anfang der methodischen Bemühung und sind Beispiele geisteswissenschaftlicher Erkenntnispraxis, die Anthroposophie als Methode (vgl. Kap. 2.3. und 3.) darzulegen. Die Auseinandersetzung mit den Lerndispositionen (Kap. 5.4.) ist insofern keine rein methodische Frage, sondern eine Blicklenkung auf entwicklungsbedingtes Lernen. Das Lernen zeichnet sich als ein komplexer, dispositionsbedingter Erfahrungsvorgang ab, der in der nachahmenden, gedächtnis- und urteilsbildenden Aneignung und Verarbeitung von Lerninhalten erlebt und beobachtet wird. Diese Lernprozesse basieren auf dem Zusammenspiel von Wahrnehmen und Denken, denen die Übungen zur Praktischen Ausbildung des Denkens (Kap. 5.2.3.) gewidmet sind. Im Nachahmungslernen dominiert das Wahrnehmen und im Urteilslernen das Denken; das gedächtnisbildende Lernen verbindet beide.

Es soll nun gezeigt werden, dass auch die von Steiner exemplarisch, zum Teil fachbezogen beschriebenen Unterrichtsmethoden an die elementare Erkenntnispraxis des Erfahrungslernens anschließen. Dabei ist zu bedenken, dass seine Unterrichtsvorschläge immer beschreibenden Charakter haben und meistens die Vermittlung von bestimmten Lerninhalten betreffen. Aus der Zusammenschau dieser exemplarischen Unterrichtsangaben können vier methodische Prinzipien abgeleitet werden, die sich als ein Gerüst elementarer Methoden des Lehrens und Lernens erweisen. Es handelt sich um...

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