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Persönlichkeitsschutz von Kindern und Jugendlichen

Eine Untersuchung zum zivilrechtlichen Schutz von Minderjährigen in der modernen Medienlandschaft

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Henrike Ehrhorn

Der Persönlichkeitsschutz junger Menschen hat im gegenwärtigen Medienumfeld neue Aktualität erlangt. Im Zentrum der Diskussionen steht die natürliche Schutzbedürftigkeit, durch die auch die geltende Grenzziehung zur kollidierenden Presse- und Äußerungsfreiheit berührt wird. Die Autorin entwickelt daran anknüpfend ein Konzept, wie die Spannungsfelder der Persönlichkeitsrechte von Kindern und Jugendlichen in einen möglichst schonenden Ausgleich mit widerstreitenden Interessen gebracht werden können. Die Untersuchung wird durch sozialwissenschaftliche Erkenntnisse und die maßgeblichen Wertungsgrundlagen fundiert und rechtsvergleichend flankiert. Anhand einer Aufarbeitung der problematischen Rechtsfragen zur Einwilligung sowie zur Güter- und Interessenabwägung entfaltet die Verfasserin wesentliche Grundlinien für den Minderjährigenschutz gegenüber der Presse und im Internet.
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Kapitel 1: Einführung

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Kapitel 1:  Einführung

§ 1   Gegenstand der Untersuchung

“The children’s loss of privacy is one of the costs of the retention of a free marketplace of ideas”,1 statuierte der California Supreme Court in seiner Entscheidung vom 24. Oktober 1969, in der über die Zulässigkeit der Verbreitung von Informationen über die persönlichen Lebensumstände der minderjährigen Kinder einer Stadtratskandidatin in einem Zeitungsartikel zu entscheiden war. Hinter diesem nüchternen Befund verbirgt sich ein Konflikt rechtlich geschützter Interessen, der auf dem „Marktplatz der Ideen“ in der modernen Informationsgesellschaft regelmäßig auch jungen Menschen in unterschiedlichen Lebenssituationen begegnen kann. Eltern und ihre Kinder sehen sich heute der Herausforderung gegenüber, Chancen und Risiken einer Medienumgebung zu bewältigen, in der die Entfaltung und Bewahrung der menschlichen Persönlichkeit und Integrität gestärkt und zugleich in besonderer Weise gefährdet sind.

A.     Junge Menschen in der modernen Informationsgesellschaft

Die vertiefte Auseinandersetzung mit der Lebenssituation von jungen Menschen und die Wandlung des Kindbildes hat es unter anderem mit sich gebracht, dass auch die Öffentlichkeit ein Interesse an Informationen über ihr Aufwachsen, ihre Belange und persönlichen Lebensumstände entwickelt hat. Die vielgestaltigen Informationsbedürfnisse werden klassisch durch die Presse und den Rundfunk befriedigt, die sich zunutze machen, dass junge Menschen ihre Emotionen offener zeigen, ihr Herz auf der Zunge tragen und sich insgesamt natürlicher und ungezwungener verhalten als Erwachsene, die gelernt haben, sich anzupassen.2 Beispielgebend für den Fokus vieler...

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