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Jahrbuch 2013/2014

Herausgegeben im Auftrag des Vorstandes von Martin Heger

Series:

Berliner Wissenschaftliche

Mit diesem Jahrbuch informiert die gemeinnützige Gesellschaft über ihre Aufgaben und Ziele. Sie pflegt und fördert mit ihren 310 Mitgliedern die Zusammenarbeit unter den im Großraum Berlin tätigen Wissenschaftlern aller Disziplinen und Institutionen, bietet besonders dem Nachwuchs aller Fächer ein Diskussionsforum, verleiht Preise für ausgezeichnete Leistungen und greift in die hochschulpolitischen Auseinandersetzungen ein, um der Politik und der Öffentlichkeit eine bessere Meinungsbildung zu ermöglichen. Im Verlauf des Jahres werden Vorträge aus unterschiedlichen Wissenschaftsbereichen angeboten.
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Bernd Mahr - Furcht und Angst und das Verhältnis von Prophezeiung und Model

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Bernd Mahr

Furcht und Angst und das Verhältnis von Prophezeiung und Modell

1. Vorbemerkungen

Mein Vortrag hat eine Vorgeschichte: 2006 bat mich der ZEIT-Verlag um ein Essay zur ‚Probabilistik der Apokalypse‘. Ich fragte damals, wie ein Wahrscheinlichkeitsraum begründet werden könnte, in dem die in der Offenbarung des Johannes prophezeite Apokalypse eine positive Wahrscheinlichkeit hat.1 Vier Jahre später lasen Daniel Weidner und Stefan Willer vom Berliner Institut für Literatur und Kulturforschung meinen Text und luden mich ein, bei ihrer Jahrestagung einen Vortrag zu halten. Mich interessierte der Zusammenhang, der allgemein erklärt, wie wir die Zukunft aus der Gegenwart heraus fassen, wie wir auf Zukünftiges Bezug nehmen und wie wir im Hinblick auf zukünftige Sachverhalte und Ereignisse Überzeugungen gewinnen. Im Nachgang zu dieser Tagung entstand das von Weidner und Willer herausgegebene Buch ‚Prophetie und Prognostik – Verfügungen über Zukunft in Wissenschaften, Religionen und Künsten‘, in dem auch eine Ausarbeitung meines damaligen Vortrags enthalten ist.2 Kurze Zeit nach meinem Vortrag wurde ich von dem Münsteraner Ethnologen Andreas Hartmann eingeladen, einen Beitrag zu einem Buch über Repräsentationen der Zukunft zu schreiben. Diese Aufgabe hat mich dann lange beschäftigt und schließlich zu einem umfangreicheren Text geführt.3 Ich vergleiche darin verschiedene Erklärungen des intentionalen Akts der Bezugnahme, insbesondere der Bezugnahme auf Zukünftiges (Parmenides, Leibniz, Frege, Brentano, Twardowski, Husserl und Searle), und stelle sie meinem aus der Mathematik und Linguistik inspirierten Modell...

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