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Glücksspiele

Eine verhaltens- und gesundheitsökonomische Analyse mit rechtspolitischen Empfehlungen

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Ingo Fiedler

Der Autor analysiert den Glücksspielmarkt in Deutschland umfassend theoretisch und empirisch und stellt seinen Nutzen den Kosten für die Gesellschaft gegenüber. Obwohl jeder Zweite gelegentlich an Glücksspielen teilnimmt, basiert das Geschäftsmodell der Anbieter auf einer kleinen Gruppe Spielsüchtiger. So stammen bei Spielautomaten sieben von zehn Euro von Abhängigen, die ihr Spielverhalten nicht kontrollieren können. Der Autor beziffert den gesamtgesellschaftlichen Schaden aus dem Glücksspielangebot in Deutschland und belegt die Notwendigkeit gesetzgeberischer Änderungen. Er empfiehlt ein Verbot des gewerblichen Automatenspiels und eine Abkehr von nutzlosen Sozialkonzepten.
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12 Schlussbetrachtung

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In dieser Arbeit wurden Glücksspiele aus einer gesamtgesellschaftlichen Perspektive verhaltens- und gesundheitsökonomisch analysiert. Die interdisziplinäre Herangehensweise der Arbeit ermöglicht es, die facettenreichen Einzelaspekte von Glücksspielen erstmals in ein umfassendes Gesamtbild zu integrieren.

In Deutschland verlieren Glücksspieler jährlich insgesamt 10,6 Mrd. Euro an die Anbieter. Pro Kopf auf die Bevölkerung zwischen 18 und 65 Jahren gerechnet entspricht dies Ausgaben in Höhe von etwa 200 Euro. Diese Berechnung einer gesamtgesellschaftlich unbedenklichen Ausgabenhöhe scheint auf den ersten Blick gerechtfertigt, denn Glücksspiele sind ein weitverbreitetes Phänomen: mehr als drei Viertel (77%) der 18- bis 65-Jährigen hat bereits an Glücksspielen teilgenommen, davon die Hälfte in den letzten zwölf Monaten. Diese hohe Teilnahmeprävalenz liegt vor allem in den Lotterien begründet, an denen wesentliche Teile der Bevölkerung teilnehmen. Doch gemessen an den Geldflüssen in Form des Bruttospielertrages sind nicht Lotterien, sondern durch die novellierte Spielverordnung (2006) die Automaten das vorherrschende Glücksspiel in Deutschland – und an diesen nimmt nur ein kleiner Teil der Bevölkerung regelmäßig teil (3,7% an gewerblichen Automaten und 0,8% an Automaten in Spielbanken). Entsprechend betragen die jährlichen Ausgaben pro Spieler an Automaten 2.300 Euro. Diese Erkenntnis verdeutlicht das wesentliche Charakteristikum des Glücksspielmarktes: die hohe Konzentration der Einnahmen auf eine kleine Spielergruppe.

Die Umsatzkonzentration auf wenige Spieler verstärkt sich durch die Spielsucht, für die finanzielle Verluste komplexbildend sind. Spielsüchtige...

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