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Abstammungsrecht 2.0

Ein rechtsvergleichender Reformvorschlag vor dem Hintergrund der Methoden der künstlichen Befruchtung

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Marc Alexander Voigt

Im Buch wird das deutsche Abstammungsrecht hinsichtlich der modernen Fortpflanzungsmedizin auf den Prüfstand gestellt. Da der deutsche Gesetzgeber hier sehr restriktive Regelungen getroffen hat, wird von vielen Paaren mit Kinderwunsch häufig der Weg ins Ausland angetreten. Dies führt dazu, dass in Deutschland vermehrt Kinder leben, die durch (hier) verbotene Befruchtungsmethoden gezeugt worden sind. Das deutsche Abstammungsrecht bietet für diese Fälle jedoch keine interessengerechten Regelungen. Der Autor ermittelt den diesbezüglichen Reformbedarf und entwickelt umfassende Vorschläge zur gesetzlichen Neuregelung. Das betrifft sowohl die statusrelevante Zuordnung des Kindes, die statusunabhängige Abstammungsfeststellung als auch Auskunftsrechte.
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4. Kapitel: Das geltende Abstammungsrecht

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Das Abstammungsrecht regelt die rechtliche Verwandtschaft von Personen untereinander.1 Es ist erforderlich, um Rechte und Pflichten zwischen Verwandten zu schaffen, da Pflichten auf rein sittlicher Ebene die Versorgung insbesondere eines Kindes nicht zufriedenstellend sicherstellen können.2

A. Die Prinzipien des Abstammungsrechts

Dabei ist zunächst der grundlegende Unterschied zwischen dem rechtlichen und dem natürlichen Abstammungsbegriff zu beachten3: Der rechtliche Abstammungsbegriff dient als Tatbestand, an den bestimmte Rechtsfolgen geknüpft werden.4 Der natürliche Abstammungsbegriff hingegen knüpft an die genetische Verwandtschaft von Eltern zu ihren Kindern an.5 Das bürgerlich-rechtliche Abstammungsrecht befindet sich in den §§ 1589 ff. Die Elternschaft zeichnet sich dabei als eine „gesellschaftliche Konstruktion“ aus, die als eine der „ältesten […] rechtlichen Praktiken“ angesehen werden kann.6

I. Genetische Abstammung als Grundlage der Verwandtschaft

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