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Die Rezeption der europäischen Privatrechte in China und die konfuzianische Tradition

Das Beispiel des Deliktsrechts im frühen 20. Jahrhundert

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Ruomeng Yang

Der Autor verfolgt mit seinem Buch zwei Ziele: Er zeichnet ein Bild der chinesischen Rezeptionsgeschichte am Anfang des 20. Jahrhunderts und spürt darüber hinaus den möglichen Gründen für und Einflüssen auf die Rechtsrezeption nach. Das Deliktsrecht wird von ihm als Musterbeispiel ausgewählt. Neben den Darstellungen zur chinesischen Rechtskultur und zur Rezeptionsgeschichte thematisiert und analysiert er die Interaktion zwischen dem rezipierten europäischen Recht und den chinesischen Elementen. Die Rechtsrezeptionsgeschichte in China, insbesondere die Rezeption des Deliktsrechts, versteht er keineswegs als eine einfache Kopie diverser Vorbilder. Vielmehr stellt sie einen wechselwirkenden Prozess von beiden Seiten dar.
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Kapitel 6: Fazit

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Ziel der vorliegenden Arbeit war es, einerseits ein Bild der chinesischen Rezeptionsgeschichte am Anfang des 20. Jahrhunderts zu zeichnen und andererseits den möglichen Gründen für und Einflüssen auf die Rechtsrezeption nachzuspüren. Die ideelle Anpassung in der Rechtsrezeption ist der Sache nach eine rechtskulturelle Betrachtung, die sich hauptsächlich auf die Beziehung zwischen dem von außen einfließenden Recht und der lokalen Ethik konzentriert. Nach Wieacker sei die Rechtsrezeption „in Wahrheit eine kulturelle Integration von höchst verwickelter und wandelbarer Schichtung: ein Gefüge vielfältiger geschichtlicher und sozialer, intellektueller und psychologischer Gruppenprozesse.“381 Demnach wird die Rechtsrezeption in dieser vorliegenden Arbeit keineswegs als eine einfache Kopie von diversen Vorbildern, sondern vielmehr als ein wechselwirkender Prozess von beiden Seiten verstanden. Bei der Analyse gegen die rezipierten Bestimmungen in der vorliegenden Arbeit erscheint häufig die Formel, „ob die Norm/Institution der lokalen Umgebung/Ethik/Gewohnheit passt“.

Eingangs wurde gefragt: Hat das westliche Rechtssystem wirklich die traditionellen chinesischen Rechtsordnungen ersetzt? Haben die westlichen Rechtsgrundsätze wirklich die chinesische Rechtstradition ersetzt? Welche Rolle haben die beiden Strömungen jeweils in der Rechtsrezeption in China gespielt? Wie funktionierte die Interaktion zwischen den entsprechenden Rechtskulturen? Welche traditionellen chinesischen Elemente dienten als das innere Motiv für die chinesische Rechtsrezeption? Die weiteren Fragen sind: Wie können neue Rechtsgrundsätze in einem anderen Land, das eine sehr heterogene Kultur hat, überleben und sich weiter fortbilden? Inwieweit können die ausländischen juristischen Elemente beibehalten und weiter in die lokalen...

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