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Entwicklungspotenziale von Weiterbildungsnetzwerken

Eine empirisch-qualitative Studie am Beispiel der Landesinitiative HESSENCAMPUS

Claudia Zaviska

Interorganisationale Netzwerke und Kooperationen im Bereich der Weiterbildung gewinnen im Zuge bildungspolitischer Modernisierung zunehmend an Relevanz. Claudia Zaviska untersucht am Fallbeispiel eines bildungsreformerischen Strukturaufbauprogramms, der Landesinitiative HESSENCAMPUS (HC), die Entwicklungspotenziale und Gelingensbedingungen von Weiterbildungsnetzwerken. Dabei werden potenzielle Konflikt- und Spannungsfelder in bildungsbereichsübergreifenden Kooperationsverbünden deutlich. Diese gilt es der Autorin zufolge systematisch zu bearbeiten, damit der Erfolg und die Nachhaltigkeit des Netzwerks gewährleistet werden können.
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1 Einleitung

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„Überall geht ein früheres Ahnen dem späteren Wissen voraus“ (Alexander v. Humboldt)

In Anlehnung an das Eingangszitat entwickelte sich dieses Forschungsvorhaben erst allmählich, sozusagen synchron durch eine Auseinandersetzung mit dem Untersuchungsgegenstand. Dem späteren Wissen ging ein frühes, theoretisches Ahnen voraus, sodass sich in dieser Arbeit ebenfalls ein wissenschaftlicher Entwicklungsprozess manifestiert. Gewisse anfängliche Vorannahmen und Überlegungen wurden nicht weiterverfolgt, neue Fragestellungen in Auseinandersetzung mit Theorie und Praxis ergaben sich und wurden vertieft, womit sich der thematische Schwerpunkt dieser Arbeit im Laufe des Forschungsprozesses herauskristallisierte.

Diese Arbeit lässt sich mit ihrem thematischen Bezug im Bereich der erziehungswissenschaftlichen Organisationforschung und der interdisziplinär angelegten Netzwerkforschung verorten. Spätestens seit Ende der 1990er Jahre hat sich die erziehungswissenschaftliche EB/WB als Teildisziplin der Erziehungswissenschaft zur „vierten Säule des Bildungssystems“1 (Nuissl 2009, S. 405) bzw. als gesellschaftliches Teilsystem im „quartären Bildungssektor“ (Schäffter 2003, S. 70) etabliert. Themen wie Organisation(en), informelles und organisationales Lernen, das Lernen Erwachsener sowie interorganisationale Netzwerke und Kooperationen haben in diesem Zuge einen enormen gesellschaftlich-politischen Bedeutungszuwachs erfahren. Organisationen und Netzwerke haben im Bereich der anwendungsorientierten Weiterbildung (WB) und im Bereich der empirischen, erwachsenenpädagogischen Kooperations- und Organisationsforschung (vgl. Dollhausen 2013, S. 13 ff.) an Relevanz gewonnen. Sowohl auf operativer, erwachsenpädagogischer (Praxis-)Ebene als auch auf regionaler Ebene werden Kooperationen und Netzwerke zunehmend durch staatliche, bildungspolitische Programme und Landesinitiativen (‚Lernende Regionen‘, ‚Lernen vor Ort‘, ‚HESSENCAMPUS‘ etc.) initiiert.

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