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Wer hat das Recht zur rechtlichen Vaterschaft?

Vorschlag zur Neugestaltung der rechtlichen Stellung des biologischen Vaters im Abstammungsrecht bei Bestehen einer sozial-familiären Beziehung zwischen Kind und rechtlichem Vater

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Sandra Schröder

Sandra Schröder befasst sich mit dem Abstammungsrecht, das ein Kind juristisch seinen Eltern zuordnet. Da dieses Recht allen weiteren kindschaftsrechtlichen Fragen logisch vorgeschaltet ist, kommt dem Abstammungsrecht eine besondere Bedeutung zu. Die Autorin untersucht die abstammungsrechtliche Zuordnung des Kindes zu seinem Vater unter Rückgriff auf interdisziplinäre und rechtshistorische Aspekte sowie anhand der Analyse des geltenden Abstammungsrechts. Ihrer Ansicht nach besteht konkreter gesetzgeberischer Handlungsbedarf, da viele Fragen noch ungeklärt sind. Eine dementsprechende Handlungsempfehlung für den Gesetzgeber ist Bestandteil des Buches.
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Einleitung

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Es ist kaum möglich, Vaterschaft als Gegenstand einer wissenschaftlichen Arbeit zu wählen, ohne dabei einerseits von Eindrücken und Vorstellungen aus dem eigenen Erfahrungshorizont beeinflusst zu werden und ohne damit andererseits beim Leser persönliche Erlebnisse und Emotionen anzusprechen. Vaterschaft kann herbeigesehnt, befürchtet, verschwiegen, erstritten, aufgelöst, übernommen oder abgelehnt werden. Die persönliche Betroffenheit vom Thema ist Chance und Risiko zugleich. So ist das Thema Vaterschaft zwar interdisziplinär offen, gleichzeitig soll der Schwerpunkt der nachfolgenden Untersuchung aber auf dem rechtlichen Aspekt der Vaterschaft innerhalb des Abstammungsrechts liegen. Dieses Rechtsgebiet gehört zum Kernbereich des Kindschaftsrechts, weil es die Zuordnung eines Kindes zu einem bestimmten Mann als Vater regelt und damit die Anknüpfung an alle Rechte und Pflichten, die aus der Vaterschaft resultieren, überhaupt erst ermöglicht.

Es hat den Anschein, als würden biologische und soziale Elternschaft immer häufiger auseinanderfallen. Neben Stieffamilien, Adoptivfamilien und Inseminationsfamilien gibt es auch eine verdeckte Form fragmentierter Vaterschaft, die dann entsteht, wenn Kinder von einem Mann natürlich gezeugt werden, aber bei einem anderen Mann als Vater, dem sie rechtlich zugeordnet sind, aufwachsen. Dabei geht das Abstammungsrecht in generalisierender Weise von dem Grundsatz aus, dass jedes Kind nur einen Vater haben kann.

Inspiriert wurde diese Arbeit von der Fragestellung, ob dieser Grundsatz, dass jedes Kind nur einen Vater haben kann, nicht aufgegeben werden könnte oder gar sollte.1 Ein allgemeiner Slogan in Werbung und Politik lautet: „Die Hälfte aller Eltern sind...

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