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Das Unantastbare beschreiben

Gerüche und ihre Versprachlichung im Deutschen und Polnischen

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Przemysław Staniewski

Das Buch erörtert die Verbalisierungsschwierigkeiten von olfaktorischen Wahrnehmungen. Hierfür betrachtet der Autor zunächst die Olfaktorik aus kulturell-philosophischer, neurophysiologischer und anthropolinguistischer Perspektive. Des Weiteren legt er dar, wie man über Gerüche im Deutschen und Polnischen spricht. Er geht auf zweierlei Art und Weise vor. Zunächst erfolgen anhand von Wörterbüchern Analyse und Vergleich des deutschen und polnischen Geruchswortschatzes auf der synchronen und diachronen Ebene. Anschließend zeigt der Autor mithilfe von sprachlichen Korpora und unter Anwendung der kognitiv-linguistischen Methodologie (Frame-Semantik, konzeptuelle Metapher) auf, wie heute Gerüche im Deutschen und Polnischen verbalisiert und konzeptualisiert werden.
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6.3 Untersuchung des nominalen Geruchswortschatzes

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Im vorangegangenen Kapitel wurde dargestellt, wie anhand von Geruchswahrnehmungsverben über die Olfaktorik gesprochen werden kann, d.h. welche Aspekte auf welche Art und Weise hervorgehoben werden und welche Schwierigkeiten mit diesen Vorgängen verbunden sind. Aus der Analyse ergibt sich, dass man im Polnischen und Deutschen über eine größere Anzahl von Verben verfügt, die die Perspektive der Quelle hervorheben. Somit kann festgehalten werden, dass im verbalen Bereich des Geruchs die Perspektive des Erfahrenden in den Hintergrund tritt: Im Polnischen ist nur ein allgemeines Perzeptionsverb vorhanden, das auch in der olfaktorischen Domäne Verwendung findet - czuć; im Deutschen ist es riechen etw. Dies kann damit verbunden werden, dass Gerüche in der Luft verstreut sind und unerwartet auf den Menschen zukommen oder sich aufgrund des Molekülbündels nur plötzlich als wahrnehmbar erweisen, was auch mit den Ergebnissen der diachronen Analyse und dem semantischen Wandel der olfaktorischen Lexeme im Einklang steht. Darüber hinaus blockieren Verben, die die Quelle perspektivieren die Möglichkeit, die Stimulus-Rolle zu realisieren. Diese kann nur durch die Erfahrenden-Verben explizit zum Ausdruck gebracht werden. Da dieses Frame-Element nur anhand von Nomina signalisierbar ist, wurde der nominale Geruchswortschatz in den obigen Betrachtungen zwangsweise vernachlässigt. Um ihm aber Rechnung zu tragen, werden in diesem Kapitel die polnischen und deutschen olfaktorischen Nomina untersucht. Dazu gehören die folgenden in Kap. 6.1 festgelegten Begriffe: fetor, odór, smród, swąd, zaduch, stęchlizna, opar(y), wyziew(y), woń, zapach, aromat und Gestank, Ausdünstung...

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