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Lokalisierbarkeit von User-Interface-Strings

Übersetzerische Aspekte der Internationalisierung und Lokalisierung von Software, untersucht anhand der Übersetzungsrichtungen Englisch–Deutsch und Englisch–Russisch

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Alexander Behrens

Der Autor erforscht Gründe für das Entstehen sprachlicher Defekte in lokalisierten Oberflächen von Computerprogrammen. Dabei geht es nicht um Defizite in der Sprachkompetenz des Übersetzers, sondern um erzwungene Normverstöße, die dann entstehen, wenn der Übersetzer die Kontrolle über das Translat verliert. Der Fokus liegt deswegen auf dem technologischen und sozioökonomischen Kontext der Lokalisierungsleistung. Die Analyse zeigt, warum und wie die digitale Revolution das übersetzerische Berufsbild verändern wird. Das Buch bietet neue Überlegungen zur Zukunft des Übersetzens und zur Ausbildung von Übersetzern.
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4. Technologische Aspekte

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4.    Technologische Aspekte

4.1.    Technologie der Internationalisierung

4.1.1.    Technologie der Internationalisierung der Geschäftslogik

Best et al. (2008:60) machen darauf aufmerksam, dass Internationalisierung nicht in einer bestimmten Schicht der Software stattfindet, sondern alle Schichten erfasst; besonders augenfällig ist jedoch der Unterschied zwischen nichtinternationalisierter und internationalisierter Software in der Geschäftslogik. Beim Internationalisieren einer Software wird deren Geschäftslogik so organisiert, dass Locales (Gebietsschemata, siehe die Erläuterung auf S. 65) idealerweise ohne eine Veränderung der Quelle hinzugefügt werden können. Anerkannte Praxis ist hierbei, Inhalte – neben UI-Strings können dies auch Layout- und Bilddaten sein – aus der Logikschicht in die Datenschicht auszulagern, konkret aus der Quelldatei in eine Resource-Datei.132 Die nun um UI-Daten bereinigte Geschäftslogik bietet sich hierbei als Schicht für eine Art metasprachliches tertium comparationis an, theoretisch gar für eine Universalsprache, wie sie von den Relativisten in der Tradition von Wilhelm von Humboldt (1836), Whorf (1963) und Weisgerber (1962) ausgeschlossen und von der strukturalistisch beeinflussten linguistischen Übersetzungswissenschaft später postuliert wurde. Für den erwähnten Auslagerungsprozess stellen einige SDK native Mechanismen mit grafischen Oberflächen (Externalisierungswerkzeuge) bereit. In der Quell- und Resource-Datei werden die UI-Inhalte dabei durch Schlüssel eineindeutig gekennzeichnet. Von der ursprünglichen Stelle des Strings in der Quelle verweist ein Platzhalter (häufig ein Funktionsaufruf) auf den externalisierten String.

Der Aufruf in einer nichtinternationalisierten C-Quelle könnte wie folgt aussehen:

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