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Rhetorik und Kulturen

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Edited By Michel Lefèvre, Katharina Mucha-Tummuseit and Rainer Hünecke

Aus der Perspektive der Sprach-, Literatur- und Kulturwissenschaft nehmen die Beiträge des Bandes das Zusammenspiel von Rhetorik und Kulturen vom 8.–21. Jahrhundert in den Blick. Rhetorische Konstruktionen tradieren, modifizieren und verweben kulturelle Strömungen als eine spezifische Kompetenz von kulturellem Ausdruck. Die Beiträge sind theoretisch und methodisch vielfältig ausgerichtet. Einige stellen empirische Analysen rhetorischer Gepflogenheiten bereit, die synchron innerhalb eines Systems Bestand haben und dieses konturieren, oder die diachron im Wechsel kultureller Strömungen auftauchen oder verschwinden.
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Katharina Mucha-Tummuseit - Rhetorische Emotionsrepräsentationen in bürgerlichen Trauerspielen des 18. Jahrhunderts.

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Katharina MUCHA-TUMMUSEIT

Paderborn

Rhetorische Emotionsrepräsentationen in bürgerlichen Trauerspielen des 18. Jahrhunderts

The paper analyses and systematises w-exclamative-Constructions (was für + x; welch/e/r + x und wie + x) – represented in bourgeois tragedies of the 18th century – as e(xclamative)-rhetorical speech acts. The framework is based on current approaches of Construction Grammar inasmuch as linguistic unities are seen as complex constructions in different grades of rigidity.

1. Einleitung

1.1 W-Exklamativ-Konstruktionen konstruktionsgrammatisch basiert

Der klassischen Unterscheidung von langue und parole sowie der damit verbundenen Problematik einer Denotation und davon abweichenden Gebrauchsbedeutungen versuchen Strömungen der Konstruktionsgrammatik zu begegnen1, indem davon ausgegangen wird, dass Lexikon und Grammatik ein Kontinuum darstellten, so dass Ausdrucks- und Inhaltsseite immer gemeinsam und unter Bezugnahme auf spezifische Gebrauchsbedingungen analysiert würden. Das sprachliche Zeichen wird demnach im klassischen Sinne als ein durch Konvention begründetes Paar aus Form und Bedeutung verstanden. In der Terminologie der Konstruktionsgrammatik werden solche Paare als Konstruktionen – allerdings mit einem größeren Informationsumfang als im klassischen Sinne – bezeichnet: „Each construction will be a form-meaning pair (F, M) where F is a set of conditions on syntactic and phonological form and M is a set of conditions on ← 215 | 216 → meaning and use“2. Die konventionelle Formseite trägt dabei morphologische, phonologische und syntaktische Eigenschaften, die konventionell verbunden mit der Bedeutungsseite stehen, die semantische, pragmatische und diskursfunktionale Eigenschaften trägt, so dass Aspekte der Konstruktion ebenso...

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