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Im Garten der Texte

Vorträge und Aufsätze zur italienischen Literatur

Series:

Hans Felten

Edited By Franziska Andraschik

Der vorliegende Band umfasst fünfzehn Arbeiten des Aachener Romanisten Hans Felten. Mit unterschiedlichen Fragestellungen und Methoden betrachtet er die italienische Literatur- und Kulturgeschichte. Das Spektrum reicht von der klassischen geistes- und theologiegeschichtlich orientierten Lectura Dantis über intertextuelle und metafiktionale Untersuchungen am Beispiel der Vita Alfieris, über Diskursanalysen von Da Pontes Don Giovanni und die lettura plurale eines Calvino-Textes bis hin zu intertextuellen Untersuchungen von Tabucchis Erzählungen und der Skizze einer lettura «gender» am Beispiel eines historischen Romans einer zeitgenössischen sizilianischen Autorin.
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Reisen als inszenierte Melancholie – Vittorio Alfieri: Vita

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Reisen als inszenierte Melancholie – Vittorio Alfieri: Vita

Die italienische Literatur des Settecento gehört nicht zu den primären Forschungsbereichen der deutschsprachigen Italianistik. Natürlich fehlt es nicht an Arbeiten zu Goldoni und Gozzi. Aber die Reihe der übrigen Klassiker des Settecento wird in der Forschung im deutschen Sprachraum eher vernachlässigt. So konnte noch im Jahre 1995 Ulrich Schulz-Buschhaus zu Recht feststellen, dass die deutschsprachige Italianistik Parini gänzlich zu ignorieren pflege und dass der gleiche Sachverhalt auch auf Alfieri zutreffe („che lo stesso discorso vale per Alfieri“).1 Aber vielleicht ändern sich bald die Verhältnisse. Im Heft 20 der Zeitschrift Italienische Studien, das in diesem Monat erschien, findet sich zu meinem Erstaunen ein größerer Artikel über Mirra: „La Tragedia traviata: Alfieris Mirra zwischen Phèdre und dem melodramma romantico“ von Pia-Elisabeth Leuschner.2 Glaubt man der Verfasserin, dann ist ihre Arbeit immerhin der sechste deutschsprachige Beitrag, der im Laufe von zwei Jahrhunderten über Mirra publiziert wurde. Dass Frau Leuschner mich selber gleich als beschränkten Traditionalisten hinstellt, weil ich bei Gelegenheit auf den Topos der negativen Rezeption Alfieris bei den Romantikern erinnert hatte, gehört dann zur eher unfreiwilligen Komik des genannten Artikels. Wie dem auch sei. Die mögliche Morgenröte einer neuen Alfieri-Rezeption im deutschen Sprachraum ändert allerdings nichts daran, dass die deutschen Italianisten es eher mit Dante, Petrarca, Boccaccio und Tasso und immer wieder mit Leopardi halten. Die Gründe für diese Selbstbeschränkung liegen sicher in den romantischen Ursprüngen...

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