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Studien zu Sprache und Stil in alt- und mittelhochdeutscher Literatur

Helge Eilers

Diese Studien behandeln anhand repräsentativer Texte der alt- und mittelhochdeutschen Literatur zentrale Themen im Bereich von Sprache und Stil. Dazu gehören Parataxe und Hypotaxe in althochdeutscher Prosa und im Nibelungenlied, Parenthese sowie Sprachstil in der frühmittelhochdeutschen Epik, vor allem im Rolandslied und in der Kaiserchronik. Außerdem zählen dazu Stilmittel (insbesondere Metaphorik) bei Walther und Hartmann – hier im Vergleich mit dem Rolandslied sowie mit dem spätmittelhochdeutschen Helmbrecht, dazu die Sprachreflexion Hartmanns in seinem Werk und, als Anhang, Sprachwandel der Gegenwart in diachroner Sicht. Die Studien verstehen sich als Beitrag zur deutschen Sprachgeschichte (dazu u.a.: komplexe Hypotaxe der höfischen Passagen im Nibelungenlied, Relevanz der Parenthese im Frühmittelhochdeutschen, zum Teil zyklischer Charakter beim Sprachwandel); sie sind aber auch Anregung für Kritik und weitere Untersuchungen zur Thematik.
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Einflüsse des „Rolandsliedes“ in „Der arme Heinrich“ von Hartmann von Aue?

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1.  Einleitung

In Hartmanns epischem Werk unterscheiden sich „Der arme Heinrich“ sowie der „Gregorius“ durch ihre religiöse Thematik und den vielfach legendenhaften Charakter deutlich von den beiden Artusepen „Erec“ und „Iwein“. Man hat die Hinwendung zu religiösen Themen weitgehend mit dem Tod seines Dienstherrs begründet (wa. 1196/97), was ihn wohl sehr getroffen hat, so dass er daraufhin an einem Kreuzzug (vermutlich 1189/90 unter Führung von Friedrich Barbarossa) teilgenommen hat. In Verbindung damit stehen die drei Kreuzlieder Hartmanns (MF 209,25; 210,35; 218,519). Der Tod seines Herrn könnte tatsächlich die Erzählung vom „Armen Heinrich“ veranlasst haben, denn in deren Mittelpunkt steht die unheilbare Krankheit des Herrn Heinrich von Aue, von der er jedoch durch Gottes Wirkung auf wunderbare Weise geheilt wird – gewissermaßen die Transzendierung eines realen Geschehens. Darüber hinaus begründet Hartmann im Prolog die Suche nach einer Geschichte (rede v. 17), die eine swaere stunde (v. 10) erträglicher machen könnte, wobei stunde nicht wörtlich zu nehmen ist und wohl auch die Zeit einer Trauer meinen kann.20 Eine Quelle für Hartmanns Erzählung ist nicht nachzuweisen – wahrscheinlich hat er verschiedene, auch in anderen Texten gegebene Motive miteinander verbunden: Die Thematik beruht im wesentlichen auf drei Motiven: Zum einen ist es das Blut unschuldiger Kinder als Heilmittel gegen den Aussatz, und zum anderen geht es um die Bereitschaft, sich oder andere für einen Menschen zu opfern (s. Sylvesterlegende in der ← 95 | 96...

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