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Mediale Ambivalenzen / Ambivalente Medien

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Dagmar von Hoff

Die in diesem Band präsentierten Beiträge analysieren die Ambivalenz von Medien im Fokus medialer Transparenz, dem Mythos der Medien und den Digital Humanities. Die Eigenschaft der Medien, gleichzeitig Speicher, Mittler und Inhalt zu sein, zeigt ihre ambivalente Struktur. Medien lassen etwas erscheinen und bleiben dabei selbst unsichtbar. Diese Durchsichtigkeit und mediale Transparenz bestimmen die gegenwärtige Diskussion um eine medialisierte Welt. Den Medien wird entweder eine überwältigende Macht zugeschrieben oder aber es wird eine souveräne Herrschaft der Benutzer proklamiert. Auch im Bereich der neuen Informationstechnologien sind die Medien nicht mehr nur Hilfsmittel, um Wissen zu erzeugen, sondern ihre Nutzung verändert die Wissensgewinnung selbst.
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Post it if you can. Digitale Netzwerke für literaturwissenschaftlichen Wissenstransfer

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Digitale Netzwerke

Die Geschichte der Netzwerke ist so alt wie die Literaturgeschichte selbst. Brief-Netzwerke der Freundschaft wurden im 18. Jahrhundert durch Johann Wilhelm Ludwig Gleim von Halberstadt aus betrieben, um ein beliebiges Beispiel herauszugreifen. Post it if you can – Gleim konnte es, denn er hat sich die Strukturen des Post- und Kurierwesens für sein Briefnetzwerk zunutze zu machen gewusst und mit annähernd 10.000 Briefen, die heute im Gleimhaus bewahrt werden, so etwas wie big data im 18. Jahrhundert erzeugt. Im digitalen Zeitalter ist die Rede vom Netzwerk omnipräsent und wirkt auf die Gegenstände der Forschung zurück. So sehr auf der einen Seite die sozialen Netzwerke kommerzieller Internetanbieter von der Wissenschaft verdammt werden, hat doch im gleichen Maße das Format auf der anderen Seite längst Einzug in kulturelle Einrichtungen, Ausstellungs- und Konferenzplanungen sowie Antragsprosa und Forschungsprojekte gehalten. Digitale Strukturen erlauben also – positiv gesprochen – die Präsentation unserer Wissensbestände in einem neuen medialen Gewand. Die Möglichkeiten, die daraus erwachsen, betreffen aber nicht nur die Fachinhalte, deren Potentiale unter dem Stichwort Digital Humanities in allen Fachdisziplinen der Geisteswissenschaften vermehrt ausgelotet werden, sondern auch das Fach selbst. Der vorliegende Beitrag zielt auf Aspekte der jüngsten germanistischen Fachgeschichte. Denn mit der Gründung eines digitalen Netzwerkes für literaturwissenschaftlichen Wissenstransfer im Jahr 2004, das seit 2005 unter dem Namen H-Germanistik online ist, vollzog sich ein Wandel in der Kommunikation der Fachdisziplin, der diese nachhaltig verändert hat. Die Informationsvernetzung inhaltlicher wie...

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