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Einstellungen zu Muttersprachen und Fremdsprachen

Eine empirische Studie mit Schülerinnen und Schülern in Bosnien-Herzegowina

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Enisa Pliska

Das Buch widmet sich der empirischen Erforschung von Einstellungen bosnisch-herzegowinischer Schülerinnen und Schüler zu ihren Muttersprachen bzw. deren Varietäten (Bosnisch, Kroatisch, Serbisch) und zu den Schulfremdsprachen (Englisch, Deutsch, Französisch, Russisch). Insgesamt 515 Schülerinnen und Schüler der achten Klasse aus elf «Grundschulen» wurden für diese Untersuchung befragt. Das Datenkorpus umfasst ausgefüllte Fragebögen sowie Interviewtranskripte, die durch statistische Analysen und die Qualitative Inhaltsanalyse ausgewertet wurden. Die Ergebnisse liefern bildungspolitisch höchst relevante Hinweise im europäischen Kontext zu den Folgen des Krieges von 1992 bis 1995.
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1 Der soziokulturelle Kontext der Studie

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1  Der soziokulturelle Kontext der Studie

Der Ausgangspunkt für die vorliegende Forschungsarbeit war die veränderte gesellschaftliche, sprachen- und bildungspolitische Lage in Bosnien-Herzegowina. Um die Entwicklung des Forschungsdesigns für die vorliegende Studie nachvollziehen zu können, wird in diesem Kapitel zunächst der soziokulturelle Kontext der Studie vorgestellt. Dabei werden der Staatsaufbau, die Bevölkerungsstruktur und die Sprache von Bosnien-Herzegowina behandelt. Anschließend wird das bosnisch-herzegowinische Bildungswesen dargestellt, wobei insbesondere auf den Mutter- und Fremdsprachenunterricht eingegangen wird.

1.1  Bosnien-Herzegowina nach dem Krieg (nach 1995)

„Viele haben [Bosnien-Herzegowina] in einer langen Geschichte besetzt und besessen – Römer, Byzantiner, Osmanen, Österreicher etc. –, aber kein Herrscher hat jemals den ‚Kardinalfehler’ begangen, das Land aufzuteilen. Das blieb der internationalen Gemeinschaft in Dayton vorbehalten [...]“(Oschlies, 2004, S. 745).

Bosnien-Herzegowina wurde 1992 international als unabhängiger Staat anerkannt. Grundlage des politischen Systems ist das Dayton-Abkommen5 aus dem Jahr 1995, das faktisch eine Verfassung für den Staat enthält (Gruner / Woyke, 2007, S. 372). Nach dem Vertrag von Dayton, der auch als Friedensvertrag bezeichnet wird, besteht das Land aus zwei ‚Entitäten‘ (Landesteile): Die Föderation Bosnien-Herzegowina (‚Federacija Bosne i Hercegovine‘) und die Serbische Republik (‚Republika Srpska‘). Außerdem gibt es ein Sonderbezirk: die Stadt Brčko. Das Sonderbezirk Brčko ist als Kondominium beiden Entitäten zugehörig.6 ← 27 | 28 →

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