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Hegel in der Kritik zwischen Schelling und Marx

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Wolfdietrich Schmied-Kowarzik

Dieses Buch thematisiert, auf zentrale Fragestellungen Hegels bezogen, die beiden grundlegendsten Kritiken seines absoluten Idealismus. Hegels Dialektik ist der Versuch, den Geist als das Übergreifende über sich als Denken und sein Anderes, das Sein, zu begreifen. Doch kann der Geist in dieser Dialektik das Sein immer nur als Gegenstand des Denkens fassen, nicht aber als eigenständige Wirklichkeit, der es selbst mit angehört. Dies arbeitet Schelling in seiner Auseinandersetzung mit der Logik seines Jugendfreundes Hegel heraus und expliziert dies insbesondere am Problembereich der Naturphilosophie. Unabhängig davon kommt etwas später Marx zu einer ganz ähnlichen Kritik, die er vor allem an Problemstellungen der Gesellschafts- und Geschichtsphilosophie darlegt.
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13. Konstituiert das Recht die Praxis oder die Praxis das Recht? Einige grundsätzliche Erwägungen

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In Wiederanknüpfung an seine frühere Kritik der Hegelschen Dialektik und Philosophie überhaupt schrieb Marx in der Einleitung zu den Grundrissen zur Kritik der Politischen Ökonomie (1857/58): „Hegel geriet daher auf die Illusion das Reale als Resultat des sich in sich zusammenfassenden, in sich vertiefenden, und aus sich selbst sich bewegenden Denkens zu fassen, während die Methode vom Abstrakten zum Konkreten aufzusteigen, nur die Art für das Denken ist, sich das Konkrete anzueignen, es als ein geistig Konkretes zu reproduzieren. Keineswegs aber der Entstehungsprozeß des Konkreten selbst. […] Das Ganze, wie es im Kopf als Gedankenganzes erscheint, ist ein Produkt des denkenden Kopfes, der sich die Welt in der ihm einzig möglichen Weise aneignet. […] Das reale Subjekt bleibt nach wie vor außerhalb des Kopfes in seiner Selbständigkeit bestehen. […] Auch bei der theoretischen Methode daher muß das Subjekt, die Gesellschaft, als Voraussetzung stets der Vorstellung vorschweben.“ (Marx 42, 35 f.)

Marx hat damit – ohne sich dessen bewusst zu sein – die große Linie der Hegel-Kritik des alten Schelling erneuert. Wie man von Schelling her der Hegelschen Realphilosophie, vor allem aber der Naturphilosophie, vorhalten kann, dass sie niemals zum Begreifen der Subjektivität der wirklichen Natur als produktivem Prozess gelange, sondern diese durch den Prozess des Begreifens der Stufen der Naturerkenntnis ersetze, so vervollständigt nun Marx diese Kritik konsequent für den Bereich der gesellschaftlichen Praxis in der Geschichte. Hegel identifiziert auch hier den Prozess des Begreifens der kategorialen Stufen der Erkenntnis der Gesellschaft...

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