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Hegel in der Kritik zwischen Schelling und Marx

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Wolfdietrich Schmied-Kowarzik

Dieses Buch thematisiert, auf zentrale Fragestellungen Hegels bezogen, die beiden grundlegendsten Kritiken seines absoluten Idealismus. Hegels Dialektik ist der Versuch, den Geist als das Übergreifende über sich als Denken und sein Anderes, das Sein, zu begreifen. Doch kann der Geist in dieser Dialektik das Sein immer nur als Gegenstand des Denkens fassen, nicht aber als eigenständige Wirklichkeit, der es selbst mit angehört. Dies arbeitet Schelling in seiner Auseinandersetzung mit der Logik seines Jugendfreundes Hegel heraus und expliziert dies insbesondere am Problembereich der Naturphilosophie. Unabhängig davon kommt etwas später Marx zu einer ganz ähnlichen Kritik, die er vor allem an Problemstellungen der Gesellschafts- und Geschichtsphilosophie darlegt.
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21. Dialektischer Materialismus als Philosophie der Praxis. Eine Antwort an Louis Altbusser

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Nachdem der Marxismus immer wieder mancherorts zur materialistischen Weltanschauung verkommen ist, hat Louis Althusser erneut eindringlich vom Marxismus eine philosophische Selbstbegründung gefordert. Er hat gezeigt, dass es vordringliche Aufgabe der marxistischen Philosophie ist, sich der Grundlagen des dialektischen Materialismus auch philosophisch zu versichern. Daher ruft er zu einem erneuten philosophischen Lesen des Kapital auf, das nicht bei einer bloßen Rezeption des Ausgesagten stehenbleibt, sondern das den in der Anlage der Kritik der politischen Ökonomie implizierten und die inhaltlichen Aussagen strukturierenden dialektischen Materialismus herausarbeitet: „Die theoretische Zukunft des historischen Materialismus hängt heute von der Vertiefung des Dialektischen Materialismus ab, und diese ist abhängig von einem rigorosen und kritischen Studium des Kapital.“ (Althusser 1972, 100)229

Eine solche philosophische Reflexion auf die Grundlagen des dialektischen Materialismus ist kein Beiwerk zu den sonstigen Aufgaben des wissenschaftlichen Sozialismus, sondern ist – wie Althusser entschieden hervorhebt „Klassenkampf in der Theorie“, ist theoretischer Kampf gegen die ideologische Behauptung und Ausweitung der bürgerlichen Philosophie, die nicht haltmacht vor dem Marxismus, sondern ihn – selbst in seinem eigenen Lager – immer wieder erfolgreich zur bloß ideologischen materialistischen Weltanschauung zu zersetzen vermag. Solange der Marxismus sich dieser permanent zu erneuernden und fortzuentwickelnden philosophischen Arbeit der Begründung des ← 319 | 320 → dialektischen Materialismus nicht oder nicht radikal genug stellt, wird er anfällig dafür bleiben, in materialistischen Empirismus zurückzusinken, sich modischen wissenschaftstheoretischen Strömungen anzugleichen oder im Sog der Hegelschen Dialektik unterzugehen. Daher verlangt Althusser von den marxistischen Philosophen eine radikale philosophische Reflexion auf...

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