Show Less
Restricted access

Japanisches Recht im Vergleich

Erstes Symposium zum japanischen Recht für Nachwuchswissenschaftler an der Universität Augsburg – Deutsch-Japanischer Strafrechtsdialog –ドイツ – 日本 刑法に関する対話

Series:

Henning Rosenau and Oliver Schön

Vom 24. bis 26. Januar 2014 fand das erste Symposium zum japanischen Recht für Nachwuchswissenschaftler an der Universität Augsburg statt. Neun Wissenschaftler aus unterschiedlichen juristischen Fachgebieten, die sich mit dem deutsch-japanischen Rechtsvergleich beschäftigen, stellen in diesem Band die Erkenntnisse ihrer Arbeit vor. Die Themenbereiche sind breit gestreut und reichen vom Eisenbahnrecht bis zum Strafrecht. Durch diesen Ansatz treten die Unterschiede wie auch die Bezüge zwischen den beiden Rechtsordnungen deutlich hervor.
Show Summary Details
Restricted access

Die internationale Wiedergutmachungsbewegung im Strafrecht und relevante Instrumente in Japan

Extract

*

I.   Einleitung

Das Strafrecht regelt allein die Sanktionen durch den Staat gegenüber dem Straftäter, d.h. das Verhältnis zwischen dem Staat und dem Täter, während die Wiedergutmachung für das Opfer allein dem Zivilrecht obliegt.1 Dieser klassische Trennungsgedanke von Straf- und Zivilrecht wird für „eine der großen juristischen Errungenschaften des 19. Jahrhunderts“ gehalten2 und gilt dazu als Merkmal der modernen Strafrechtspflege.3

Aus rechtspolitischer Sicht ist die strenge Trennung zwischen dem Zivil- und dem Strafrecht jedoch in Frage zu stellen. Claus Roxin weist hierzu darauf hin, dass die Verteilung der Konfliktregelung auf verschiedene Rechtsgebiete unnötig den Erledigungsaufwand vergrößere, den der Straftäter, das Deliktsopfer sowie die Gesellschaft tragen müssen.4 Diese funktionelle Betrachtung wird von zwei kriminalpolitischen Wenden in der letzten Hälfte des 20. Jahrhunderts getragen: zum einen von (1) der Desillusion gegenüber dem Behandlungsgedanken, der von Franz von Liszt in dem sog. Marburger Programm von 1882 konzipiert worden war und seitdem in der Strafrechtspraxis in vielen Ländern eine Leitkraft hatte: zum anderen von (2) der Verstärkung des Opferschutzes, dem seit ← 69 | 70 → den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts in der Wissenschaft und Gesellschaft allmählich mehr Beachtung zukommt. Diese Ansätze schlagen sich in der „Wiedergutmachungsbewegung“ nieder, nach der die Einbeziehung der Wiedergutmachung in das Strafrecht weltweit als eines der wichtigsten kriminalpolitischen Themen erkannt wird.5

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.