Show Less
Restricted access

In dreißig Jahren um die Welt

Begegnungen mit Menschen, Sprachen und Kulturen

Series:

Lutz Götze

Der Band enthält Beschreibungen von Reisen, die der Autor als Germanist und Privatreisender während dreier Jahrzehnte in alle Kontinente unternommen hat. Ziel war, die deutsche Sprache und Literatur – als Teil der europäischen Kultur – zu lehren und zu verbreiten. Begegnungen mit Kolleginnen und Kollegen sowie vielfältige Eindrücke prägen die Texte. Grundlage der Schilderungen sind häufig Gedanken Wilhelm von Humboldts über die jeder Sprache innewohnende Weltansicht sowie die Kulturspezifik von Zeit und Raum. Das Glück des Reisens, aber auch die Klage über die ubiquitäre Zerstörung von Kulturen durch einen entfesselten Turbokapitalismus, werden transparent. Der Autor ruft auf zum Widerstand gegen diese scheinbar unaufhaltsame Entwicklung.
Show Summary Details
Restricted access

1989 Belize - Land des Korallenriffs und der Maya-Pyramiden

← 46 | 47 → 1989

Extract

Wer in Deutschland sagt, er sei gerade aus Belize gekommen, liest häufig Ratlosigkeit in den Gesichtern. Erzählt man hingegen von der Karibik und dem angrenzenden Mexiko oder Guatemala, wird es schnell anders. Gehört haben schon viele davon und zuweilen auch Bilder gesehen: bizarre Riffs in türkisgrüner See, Tempel der Maya tief im Regenwald, Jaguare und Tukan-Vögel. Aber das Land gesehen haben bislang wenige nur. Dann doch lieber nach Cancun oder Playa del Carmen! Mexikos Bunkerstädte an der Karibikküste ziehen noch immer an, obwohl die Besucherzahlen rückläufig sind.

1964 wurde das Land, das ehedem Britisch-Honduras hieß, unabhängig; 1972 wurde der Name in ’Belize’ umgeändert. Heute leben etwa 200.000 Einwohner in dem kleinen Land: eine multikulturelle Gesellschaft von Kreolen, Nachkommen der Maya, Mestizen - eine Mischung aus Indianern und Spaniern - Garifuna (Nachkommen afrikanischer Sklaven) und Mennoniten. Nirgendwo wird diese Mischung deutlicher als in der alten Hauptstadt Belize City: karibischer Charme, Geschäftigkeit und Laissez- faire nebeneinander, zumal am alten Hafen, wo morgens die Schiffe zu den vor der Küste liegenden Inseln – hier: Cays genannt – ablegen. Ambergris Cay und Cay Caulker sind Tauchparadiese und gerade unter US-Amerikanern sehr begehrt.

Doch der Charme zeigt Brüche: Wer abends durch Belize City spaziert, muss in Teilen der Stadt damit rechnen, überfallen zu werden. Die soziale Not ist mit Händen zu greifen. Kriminalität und Prostitution nehmen, wie überall im Süden, dramatisch zu.

Belize...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.