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In dreißig Jahren um die Welt

Begegnungen mit Menschen, Sprachen und Kulturen

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Lutz Götze

Der Band enthält Beschreibungen von Reisen, die der Autor als Germanist und Privatreisender während dreier Jahrzehnte in alle Kontinente unternommen hat. Ziel war, die deutsche Sprache und Literatur – als Teil der europäischen Kultur – zu lehren und zu verbreiten. Begegnungen mit Kolleginnen und Kollegen sowie vielfältige Eindrücke prägen die Texte. Grundlage der Schilderungen sind häufig Gedanken Wilhelm von Humboldts über die jeder Sprache innewohnende Weltansicht sowie die Kulturspezifik von Zeit und Raum. Das Glück des Reisens, aber auch die Klage über die ubiquitäre Zerstörung von Kulturen durch einen entfesselten Turbokapitalismus, werden transparent. Der Autor ruft auf zum Widerstand gegen diese scheinbar unaufhaltsame Entwicklung.
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2002 Im Indischen Ozean, begleitet von Joseph Conrad

← 128 | 129 →2002

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Zum ersten Male eine weite Reise allein – nach mehr als zwanzig Jahren eine ungewöhnliche Erfahrung!

Am Ostersonntag besteige ich in Frankfurt das Flugzeug in der gehobenen Klasse, die ich mir erstmals gönne, verbringe eine weithin ruhige Nacht nach einigen Gläsern guten Burgunders, warte dann in Mombasa auf den Weiterflug nach Mahé und beäuge ängstlich-misstrauisch die Gruppe der Mitreisenden, sollte ich doch mit ihnen nahezu zwei Wochen auf engem Raum gemeinsam verbringen.

Der Weiterflug über den Indischen Ozean wird zu einem Augenfest. Nach einer guten Stunde tauchen immer häufiger kleine und kleinste Inseln in der türkisfarbenen See auf, ehe der Airbus in einem kühnen Bogen auf der hart am Wasser liegenden Landepiste in Victoria, der Hauptstadt des Archipelagus der Seychellen, aufsetzt. Zoll- und Gesundheitskontrolle stellen sich als erfreulich unbürokratisch heraus, binnen einer guten Stunde sind Passagier und Gepäck bereits in der gebuchten Kabine der Royal Star, die sich zwar als eng, aber dennoch komfortabel erweist. Der Rest des Tages gehört einem ersten Landspaziergang durch eine blühende kleine Stadt sowie dem Abendessen, wobei ich einige Mitreisende kennenlerne. Ein tiefer Schlaf an Bord lässt nicht lange auf sich warten.

Der nächste Tag sieht uns bereits früh auf den Beinen: Eine ausgiebige Inselrundfahrt will bewältigt werden. Mahé ist eine Insel voller faszinierender landschaftlicher Schönheiten, vom Tourismus noch wenig zerstört und von freundlichen Menschen bewohnt. Die räumliche Distanz zu Europa, Amerika...

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