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In dreißig Jahren um die Welt

Begegnungen mit Menschen, Sprachen und Kulturen

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Lutz Götze

Der Band enthält Beschreibungen von Reisen, die der Autor als Germanist und Privatreisender während dreier Jahrzehnte in alle Kontinente unternommen hat. Ziel war, die deutsche Sprache und Literatur – als Teil der europäischen Kultur – zu lehren und zu verbreiten. Begegnungen mit Kolleginnen und Kollegen sowie vielfältige Eindrücke prägen die Texte. Grundlage der Schilderungen sind häufig Gedanken Wilhelm von Humboldts über die jeder Sprache innewohnende Weltansicht sowie die Kulturspezifik von Zeit und Raum. Das Glück des Reisens, aber auch die Klage über die ubiquitäre Zerstörung von Kulturen durch einen entfesselten Turbokapitalismus, werden transparent. Der Autor ruft auf zum Widerstand gegen diese scheinbar unaufhaltsame Entwicklung.
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2007 Einmal Paradies und zurück

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Freitag, Samstag

Die Reise beginnt ohne Aufregung; lediglich am Koffer fehlt urplötzlich ein Rad. Die Maschine der South African Airways ist in Frankfurt überbucht und entsprechend voll. Der lange Flug wird für Gabriele zur Qual; ich kann einige Stunden schlafen und wache, kurz vor Sonnenaufgang, über einem prächtigen Regenwald irgendwo an der Grenze zwischen dem Kongo und Zimbabwe auf: ein herrlicher Anblick vor der aufglühenden Sonne! Die Droge Afrika erfasst mich binnen Sekunden: Da ist sie wieder, die Erinnerung an Guinea, den Fouta Djalon, die Quelle des Senegal-Flusses, die Inseln vor Conakry! Vierzig Jahre ist das nun her.

In Johannesburg holt uns Aziz ab, ein freundlicher Inder und Fahrer des Goethe-Instituts. Er hofft auf Verständigung zwischen den Rassen, bezeichnet den reverse racism von heute als Übergangszeit und klagt darüber, dass seine Kinder – die vierte Generation – Urdu, seine Muttersprache, weder lesen noch sprechen können.

Im Rosebank-Hotel schlafen wir augenblicklich ein, sitzen erst spät am Nachmittag am Swimming-Pool und bleiben zum Abendessen im Hotel. Wir sinken in tiefen Schlaf.

Sonntag

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