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Comenius: Seiner Zeit weit voraus…!

Die Entdeckung der Kindheit als grundlegende Entwicklungsphase- Bindung – Identität – Liebe

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Edited By Eva Rass

Comenius gehört im Feld der humanistischen Wissenschaften zu den gedanklichen Riesen, deren Erkenntnisse erst sehr viel später durch nachweisbare Befunde mittels weiterentwickelter Forschungsmethoden und -instrumente belegt werden konnten. Er beschrieb Vorstellungen zur Lebenswelt des Kindes und Anforderungen an die Fürsorgepersonen, die derzeit von der Bindungsforschung und den Neurowissenschaften bestätigt werden können. Comenius arbeitete differenziert die Verantwortung der Erwachsenen heraus, um der nächsten Generation einen sinnvollen Lebensweg zu öffnen, der zum einen individuell die persönliche Entfaltung ermöglicht und zum anderen den Menschen dazu befähigt, sich solidarisch in die Gemeinschaft einzufinden.
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3. Identitätsentwicklung bei Schwächen in der Wahrnehmungsorganisation: Aufwachsen unter erschwerten Bedingungen mit besonderer Berücksichtigung der Affektregulations- und Bindungstheorie

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Identitätsentwicklung bei Schwächen in der Wahrnehmungsorganisation: Aufwachsen unter erschwerten Bedingungen mit besonderer Berücksichtigung der Affektregulations- und Bindungstheorie

Eva Rass

Der Prozess des Heranwachsens ist in ein komplexes psychosoziales Geschehen eingebettet. Neben den psychobiologischen, den psychologischen und emotionalen Bedingungen beeinflussen basale neuropsychologische Vorgegebenheiten das Interaktionsgeschehen. Es sind sowohl Anlagen als auch Umgebungsfaktoren, die das jeweilige Endresultat und somit auch das Identitätserleben bestimmen. Von besonderer Bedeutung ist dabei die Wahrnehmungsorganisation (vgl. Rass 2002, 2008, 2014).

Anhand eines Beispiels soll verdeutlicht werden, was intra- und interpersonell unter „Wahrnehmungsorganisation“ zu verstehen ist. Man führe sich ein mit Vehemenz durchgeführtes Völkerball-Spiel vor Augen: der Ball wird schnell unter den Mitspielern hin- und hergeworfen, um dann letztendlich mit großer Wucht einen Spieler „abzuschlagen“. Das individuelle Mitschwingen im Spielverlauf erfordert ein schnelles visuelles und visuomotorisches Differenzieren der Spielzüge, der eigene Körper muss sich in Raum und Zeit auf dieses fortwährende interpersonelle Geschehen zeitlich passend einstimmen und Visuelles muss mit Motorik synchronisiert werden, um zur richten Zeit am richtigen Ort zu sein. Der Bewegungsfluss der anderen muss „gelesen werden“, zumal auch Tricks und Täuschungsmanöver zum Spiel gehören. Der mit Macht geworfene Ball sollte auf einen Körper treffen, der über ein gutes Gleichgewichtssystem verfügt, um nicht aus der Balance zu geraten. Die Arme haben sich dem anfliegenden Ball im richtigen Moment geöffnet zu nähern und der Händegriff muss fest genug sein,...

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