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Die innerstädtische Auseinandersetzung in Regensburg am Ende der Reichsunmittelbarkeit

Eine historische und rechtliche Untersuchung

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Johannes Kalb

Im letzten Jahrhundert der Reichsunmittelbarkeit gab es in den Reichsstädten zahlreiche Auseinandersetzungen zwischen Bürgerschaft und Stadtrat. Auch in der Reichs- und Reichstagsstadt Regensburg wurde in den letzten Jahren der Reichsunmittelbarkeit ein intensiver innerstädtischer Konflikt ausgetragen. Diese Arbeit widmet sich zunächst einer authentischen Darstellung der Auseinandersetzung in Regensburg auf der Grundlage zeitgenössischer Quellen. Im weiteren Verlauf erfolgt eine rechtliche Überprüfung der Streitigkeiten am Maßstab des Reichsrechtes.
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B. Reichsstadt unter kaiserlichem Einfluss

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B.  Reichsstadt unter kaiserlichem Einfluss

Der Grundstein der Regensburger Auseinandersetzung vor dem Reichshofrat ist die Verfassung als Reichsstadt. Durch diese war Regensburg unmittelbar dem kaiserlichen Einfluss und der kaiserlichen Gerichtsbarkeit unterworfen. Daher ist der innerstädtische Konflikt stets vor dem Hintergrund der Stadtentwicklung und Verfassungsentwicklung zu betrachten.

Durch zunehmende Freiheitsbestrebungen der Regensburger Bürger im Zusammenspiel mit kaiserlicher Unterstützung entwickelte sich Regensburg im Laufe von drei Jahrhunderten von einer bayerischen Herzogstadt zu einer Reichsstadt.28 Die Anfänge der Entwicklung liegen in dem staufisch-welfischen Thronstreit zwischen Philipp von Schwaben und Otto IV. von Braunschweig. In diesem Streit unterstützten die Regensburger Bürger den Herrschaftsanspruch der Staufer, während der bayerische Herzog auf Seite der Welfen stand.29 Nachdem Philipp von Schwaben sich behauptete, wurde er am 6. Januar 1205 in Aachen zum König gekrönt. Aus Dankbarkeit gewährte er am 9. März 1207 der Bürgergemeinde zu Regensburg wegen ihrer langbewährten Treue das so genannte Philippinum30. Darin wurden den Bürgern persönliche Freiheiten gewährt und deren Eigentum rechtlich geschützt. So haftete etwa das Bürgervermögen nicht mehr für die Schulden von Bischof und Herzog.31 Das im September 1230 von Kaiser Friedrich erlassene Privileg, genannt Fridericianum32, erweiterte die Rechte der Regensburger, indem etwa der ausschließliche Gerichtsstand für Klagen gegen Bürger in Regensburg festgelegt wurde. Diese beiden Privilegien schmälerten die Stadtherrschaft von Herzog und ← 7 | 8 → Bischof und stärkten die Position der Bürgerschaft.33...

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