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Triangulation in der Fremdsprachenforschung

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Edited By Daniela Elsner and Britta Viebrock

Fremdsprachenlernen und Fremdsprachenunterricht sind facettenreiche Forschungsgegenstände, deren Untersuchung ein komplexes Design verlangt. Um ein multidimensionales Bild der ablaufenden Prozesse zu erhalten, werden in der fremdsprachlichen Unterrichtsforschung immer häufiger rekonstruktive und interpretative Verfahren mit standardisierten quantitativen Methoden verbunden. Methoden-, Theorie-, Daten- oder Beobachtertriangulation werden zur Überprüfung von Forschungsergebnissen sowie zur Erweiterung von Erkenntnismöglichkeiten eingesetzt. Die Beiträge in diesem Band zeigen die unterschiedlichen Dimensionen des Triangulationskonzepts, seine theoretischen Grundlagen sowie praktische Anwendungen. Sie sind im Anschluss an die zweite forschungsmethodische Sommerschule der Deutschen Gesellschaft für Fremdsprachenforschung (DGFF) entstanden.
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Triangulation: Möglichkeiten, Grenzen, Desiderate

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Karin Aguado

Die Triangulation erfreut sich in jüngster Zeit insbesondere beim wissenschaftlichen Nachwuchs einer stetig wachsenden Popularität, was angesichts der Komplexität der Erforschung von fremdsprachenbezogenen Lehr- und Lernprozessen grundsätzlich zu begrüßen ist. Da diese Forschungsstrategie jedoch mit einer erheblichen Mehrarbeit verbunden ist, gilt zunächst grundsätzlich abzuwägen, ob ihre Anwendung der eigenen Fragestellung tatsächlich angemessen ist. Im vorliegenden Beitrag werden zunächst ausgewählte theoretische und praktische Aspekte der Triangulation skizziert. Da in der qualitativen Forschung ja der Gegenstand bzw. das Erkenntnisinteresse eine entscheidende Rolle bei der Bestimmung der für die empirische Untersuchung einzusetzenden methodischen Verfahren spielt, wird im Anschluss die ‚Angemessenheit‘ als zentrales Gütekriterium empirischer Forschung diskutiert. Diese Überlegungen sollen bei der Entscheidung für oder gegen die Anwendung der Triangulationsstrategie helfen. Abschließend werden einige offene Fragen und Desiderate formuliert, deren weitere Diskussion meiner Ansicht nach lohnt.

Triangulation hat sich – zumindest in primär qualitativ-interpretativ angelegten empirischen Studien – inzwischen zu einer weit verbreiteten Forschungsstrategie entwickelt und zwar nicht zuletzt, weil das Verstehen von komplexen Zusammenhängen im Sinne eines methodisch kontrollierten Fremdverstehens ein zentrales Erkenntnisprinzip qualitativer Forschung darstellt (vgl. dazu Arbeitsgruppe Bielefelder Soziologen 1976). Grundvoraussetzung für die Akzeptanz der Triangulation sowohl auf Seiten derjenigen, die sie anwenden, als auch auf Seiten derjenigen, welche die mit ihrer Hilfe erzielten Ergebnisse rezipieren, ist eine methodologische Offenheit, in der Ausschließlichkeits- oder Prioritätenansprüche einer Methodologie respektive einer Methode gegenüber einer anderen keine Rolle...

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