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Mediation als kindgerechtes Verfahren

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Holke-Leonie Doench

Nicht zuletzt durch das Inkrafttreten des Mediationsgesetzes hat das Mediationsverfahren in Deutschland an Bedeutung gewonnen und sich als Methode zur Vermittlung in familiären Konflikten etabliert. Weitestgehend ungeklärt ist jedoch die Rolle des Kindes in der Mediation. Sollte das Kind an der Mediation beteiligt werden? Führt diese zu einer Deeskalation des elterlichen Konfliktes und fördert sie die Wahrnehmung elterlicher Verantwortung? Wie steht es um den Schutz des Kindes in der Mediation? Die Arbeit nimmt sich diesen Fragestellungen an und untersucht das Mediationsverfahren aus dem Blickwinkel des Kindeswohls. Die zentrale Frage, ob das Verfahren kindgerecht ist, wird unter Rückgriff auf empirische Daten und Praxisberichte sowie anhand der Analyse rechtlicher Rahmenbedingungen beantwortet. In einem Leitfaden werden die wesentlichen Ergebnisse praxisgerecht zusammengefasst.
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§ 2 Familienmediation

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§ 2 Familienmediation

Der Bedeutungszuwachs der Mediation in Deutschland ist maßgeblich auf die Verbreitung9 und die Erfolge10 der Familienmediation zurückzuführen. Um dieses besondere Verfahren einordnen zu können und um die Ausgangsbasis für die weitere Untersuchung zu bereiten, sollen im Folgenden die Grundlagen des Verfahrens und die gesetzliche Verankerung der Mediation dargestellt werden. Daran anschließend sollen die für ein besseres Verständnis des Verfahrens essentiellen Wirkungsweisen, Grundannahmen und Ziele der Familienmediation dargelegt werden und die Rollen der an einer Mediation üblicherweise teilnehmenden Personen erläutert werden. Mit der Darstellung eines typischen Ablaufs einer Familienmediation sowie einer Abgrenzung zu anderen Verfahren zur Beilegung familiärer Konflikte soll die Betrachtung komplettiert werden.

A. Mediationsformen und gesetzliche Verankerung

In Anlehnung an § 3 der Richtlinie 2008/52/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 21.05.2008 über bestimmte Aspekte der Mediation in Zivil- und Handelssachen (EU-Mediationsrichtlinie)11 definiert § 1 Abs. 1 des am 26.07.2012 in Kraft getretenen deutschen Mediationsgesetzes Mediation als ← 5 | 6 →

„[…] ein vertrauliches und strukturiertes Verfahren, bei dem die Parteien12 mithilfe eines oder mehrerer Mediatoren freiwillig und eigenverantwortlich eine einvernehmliche Beilegung des Konfliktes anstreben“.

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