Show Less
Restricted access

Mutter- und Vaterbilder im Familienrecht des BGB 1900–2010

Series:

Moritz Hinz

Die Normen des Bürgerlichen Gesetzbuchs über die Rechtsstellung von Müttern und Vätern im Bereich des Rechts der elterlichen Sorge beruhen zum Teil auf stereotypen Rollenbildern und tradierten Funktionszuschreibungen. Die langlebigsten Vorstellungen bestimmter Charaktere finden sich im Nichtehelichenrecht. Der Autor zeichnet die Entwicklung der Mutter- und Vaterbilder sowohl im Bereich des ehelichen wie auch des nichtehelichen Kindschaftsrechts in historischen Zeitabschnitten nach. Die Untersuchung beginnt mit den Grundlagen des modernen deutschen Familienrechts in der Aufklärung und folgt der Entwicklung über das deutsche Kaiserreich, die Weimarer Republik, die nationalsozialistische Periode bis in die heutige Bundesrepublik. Detailliert untersucht werden dabei die jeweils geltenden Normen, Gesetzesmaterialien, die Rechtsprechung sowie ein breites Spektrum zeitgenössischer rechtswissenschaftlicher Literatur. Der Autor nimmt Stellung zu alten und neuen Stereotypen im Familienrecht wie denen des Zahlvaters und des an seinem nichtehelichen Kinde desinteressierten Vaters und zum Bestehen eines Muttermythos.
Show Summary Details
Restricted access

C. Methode

Extract

Die Methode bei der Bearbeitung der Aufgabenstellung folgt zunächst weitgehend einer chronologischen Darstellung der Entwicklungsschritte im Familienrecht des BGB. Fixpunkt der Darstellung ist zum einen das Rechtsverhältnis von Mutter und Vater zum Kind sowie dessen Begründung im Hinblick auf jeweilige stereotype (Rollen-)Bilder. Zum anderen wird das sich ergebende Ausmaß der unterschiedlichen Ausstattung mit Rechten und Pflichten im Rechtsverhältnis zum Kind und zueinander ausgeleuchtet und wiederum unter den Aspekten der Gleichberechtigung und des stereotypen Rollen- und Geschlechterbildes diskutiert. Begleitend sollen die sich ergebenden Kontinuitäten oder Abbrüche dieser Bilder betont und herausgearbeitet werden.

Obgleich sich die Aufgabenstellung der Arbeit thematisch auf das Familienrecht des BGB konzentriert, werden im ersten Teil der Arbeit zunächst die Grundlagen familienrechtlicher Mutter- und Vaterbilder im deutschen Recht untersucht. Die Arbeit beginnt daher mit der Darstellung des Rechtsverhältnisses von Frau und Mann in der Ehe im Allgemeinen und von Mutter und Vater im Besonderen im Vernunftrecht des 18. Jahrhunderts. Ich gehe dabei von dem Gedanken aus, dass mit den Idealen der Aufklärung, der rechtlichen Gleichheit bei gleichzeitigem Begründungszwang für dennoch bestehende rechtliche Ungleichheiten, das gedankliche Fundament für jegliche nachfolgende Gleichheitsdebatte im deutschen Familienrecht bis ins beginnende 21. Jahrhundert gelegt wurde. Zusammen mit der nachfolgenden Darstellung des Ausgreifens des modernen Wohlfahrtsstaates auf familiäre Verhältnisse am Beispiel Preußens sind damit nach meiner Auffassung die Grundlagen der künftigen Tendenzen des deutschen Familienrechts nach 1900 aufgezeigt. Als letzten Aspekt der Grundlagen des BGB...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.