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Der Koch ist der bessere Arzt

Zum Verhältnis von Diätetik und Kulinarik im Mittelalter und in der Frühen Neuzeit- Fachtagung im Rahmen des Tages der Geisteswissenschaften 2013 an der Karl-Franzens-Universität Graz, 20.6.–22.6.2013

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Edited By Andrea Hofmeister-Winter, Helmut W. Klug and Karin Kranich

Vorbeugen ist besser als heilen – unter diesem Motto lässt sich die Bedeutung der Gesundheitsvorsorge in Mittelalter und Früher Neuzeit zusammenfassen. 16 Fachbeiträge von international angesehenen Wissenschaftler/innen und jungen Nachwuchsforscher/innen aus den Fächern Germanistische Literatur- und Sprachwissenschaft, Geschichtswissenschaft/Medizingeschichte, Volkskunde, Archäologie, Kunstgeschichte und Theologie widmen sich in quellennahen Studien breit gestreuten Aspekten der Gesundheitslehre und der Kulinarik des (vorwiegend) deutschsprachigen Raums von der Antike bis in die Barockzeit. Die einzelnen Beiträge beleuchten vielfältige Fragestellungen aus unterschiedlichsten Perspektiven und wollen so diesem transdisziplinären Forschungsbereich neue, grundlegende Impulse verleihen.
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Conrad Haggers Neues Saltzburgisches Koch=Buch von 1718/19 zwischen den Zeilen gelesen

Einleitung

Extract



Simon Edlmayr / Martina Rauchenzauner (Salzburg)

Abstract

In 1718 Conrad Hagger published his Neues Saltzburgisches Koch=Buch, famous for its sheer number of recipes and for its numerous copperplate engravings. Although comparison with older cookbooks shows that some of the recipes are verbatim copies of older texts Hagger claims that he is able to cook every single one of the over 2500 dishes described in his book. In order to reconstruct the ‚reality‘ behind the written word it is therefore necessary to take a look at other sources from around 1700. Were all groceries really available? Where did they come from and how were they transported to Salzburg? Based on the citrus fruit trade of this time we are able to outline a network of producers, merchants, and customers connecting Salzburg to northern Italy.

Ob der Koch der bessere Arzt ist, darüber äußert sich Conrad Hagger (1666–1747) in seinem Kochbuch nicht. Zweifelsfrei war er jedoch der Meinung, dass „die Kuchen der Apotheck correspondire, und der Koch den Herren Medicum gleichsam secundire“.1 Ernährung und Gesundheit waren auch zu seiner Zeit noch eng miteinander verknüpft, was allein daraus hervorgeht, dass viele Lebensmittel auch im medizinischen Bereich eingesetzt wurden. Ein Beispiel dafür sind die Zitronen, die Ende des 17. Jahrhunderts jedoch schon mehr in der Küche als in den Apotheken zu finden sind.2

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