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Skandal im Sprachbezirk

Edited By Martin Neef, Susanne Borgwaldt, Iris Forster and Imke Lang-Groth

Skandale als aufsehenerregende Ärgernisse sind Einfallstore für die Beschäftigung mit Themen verschiedenster Art. Dieser Band versammelt in 16 von verschiedenen Autoren verfassten Kapiteln Skandale aus dem Umfeld der Sprache. Affären zwischen Sprachakteuren führen Chomsky und Skinner zusammen ebenso wie Heine und Platen sowie Hoffmann von Fallersleben und die Brüder Grimm. Im Innern der Sprache stoßen sich Skandalforscher an verbotenen Wörtern, an der kurzschlüssigen Gleichsetzung von Genus und Geschlecht und an der mangelhaften linguistischen Fundierung der Orthographiereform. Die Realität des Englischunterrichts in Grundschulen wie auch der drohende Muttersprachenverlust bei Migranten lassen die Frage aufkommen, ob Individuen im Dickicht zwischen den Sprachen verlorenzugehen drohen.
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Ein Stein des Anstoßes – Campes und Bernds Wörterbuch

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Imke Lang-Groth

Der Braunschweiger Lexikograph Joachim Heinrich Campe schreibt in den Jahren 1807–1811 ein deutsches Wörterbuch. Er möchte erst nur Fehler und Unvollständigkeiten des Wörterbuchs seines Vorgängers und Kontrahenten, des Dresdener Bibliothekars J.-Chr. Adelung, ausbessern, dann aber ein ganz eigenes und damit besseres Wörterbuch veranstalten. Adelung konstatiert 1774, Hochdeutsch sei im engeren Sinne die meißnische oder obersächsische Mundart. Dem stellt sich der Aufklärer und angesehene Gelehrte Campe entschieden entgegen. Mit einem eigens angeworbenen Mitarbeiter, Theodor Bernd, baut er ein Unternehmen auf. Campes Konzept ist allgemeinverständlicher, das Wörterbuch orientiert sich am aktuellen Sprachgebrauch und der Umfang wartet mit einem enormen Zuwachs auf. Dass Bernd der alleinige Ausarbeiter des Wörterbuchs ist und damit den Hauptteil der lexikographischen Arbeit leistet, verschweigt Campe als Herausgeber, Verleger und Finanzier in der Titelei des Wörterbuchs.

In 1774, the librarian J.-Chr. Adelung from Dresden in Saxony stated that the language of High German was essentially equivalent to the dialect spoken in the Upper Saxony region around Meißen. Joachim Heinrich Campe, a famous scholar and well-established representative of the Enlightenment from Braunschweig in Germany, resolutely opposed to this view. Together with his employee Theodor Bernd, solely recruited for this purpose, he set up the enterprise of producing a German dictionary that was eventually created from 1807 to 1811. While Campe’s first intention was merely to eliminate imperfections and mistakes in the work of his predecessor Adelung, the...

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