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Mehrsprachigkeit als Chance

Herausforderungen und Potentiale individueller und gesellschaftlicher Mehrsprachigkeit

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Edited By Stéfanie Witzigmann and Jutta Rymarczyk

Ein modernes, weltoffenes Bildungssystem zeichnet sich unter anderem durch seine Orientierung an Mehrsprachigkeit aus. Dabei darf Mehrsprachigkeit nicht nur als Reaktion auf die Kompetenzerweiterung des modernen Menschen gesehen werden, sondern zugleich als Antwort auf die Bildungsrealität, in der die sprachliche Heterogenität der Lerngruppen längst Normalität geworden ist. Zahlreiche Konzepte und Modelle individueller und gesellschaftlicher Mehrsprachigkeit werden weltweit erprobt, reflektiert und wissenschaftlich analysiert. Dieser Band präsentiert aktuelle Ansätze in unterschiedlichen Ländern (USA, Mazedonien, Schweiz, Spanien und Deutschland) für den Umgang mit individueller und gesellschaftlicher Mehrsprachigkeit.
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Vorsprung durch Vorwissen: Das Potenzial von Transferleistungen für die Nutzung herkunftsbedingter Mehrsprachigkeit im schulischen Fremdsprachenunterricht

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In view of an increasing linguistic heterogeneity of learner groups, transfer strategies as e.g. foreignisings should be considered as an individual resource of language production and thus be actively integrated into L3 classrooms since they open up greater pedagogical space by allowing to focus both on form and on communication.

1. Einleitung

„In den Kitas und Schulen sollten die Muttersprachen der Kinder deutlich mehr Anerkennung finden. Erzieherinnen, Erzieher und Lehrkräfte müssen in ihrer Ausbildung intensiver auf die Sprachvielfalt der Kinder vorbereitet werden […]“ (Bundesregierung 2014). Mit diesen Worten wirbt die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung Aydan Özoğuz in einer Presseerklärung anlässlich des „Internationalen Tages der Muttersprache“ am 21. Februar 2014 für mehr Wertschätzung gegenüber erstsprachlicher Vielfalt, insbesondere von Seiten der Bildungsinstitutionen. Tatsächlich stellt die zunehmende sprachliche und kulturelle Heterogenität eine Herausforderung für das hauptsächlich von einem „monolingualen Habitus“ (Gogolin 1994) geprägte deutsche Schulsystem dar, das den Bedürfnissen und Fähigkeiten mehrsprachiger Schüler nicht immer gerecht werden kann.

Die eingangs formulierte aktuelle, aber nicht neue (bildungs)politische Forderung nach schulischer Anerkennung und Nutzung von herkunftsbedingter Mehrsprachigkeit bildet den Ausgangspunkt für den vorliegenden Beitrag: Im Fokus steht der gezielte Einsatz sprachlicher Ressourcen von mehrsprachig aufwachsenden Schülern im schulischen Fremdsprachenunterricht. Dabei wird ein besonderes Augenmerk auf den interlingualen Transferprozess gelegt, der auf die „Erweiterung des Sprachbesitzes“ (Neuner 2003: 25) ausgerichtet ist.

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