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Alltagsrassismus erfahren

Prozesse der Subjektbildung – Potenziale der Transformation

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Astride Velho

Die subjektorientierte Studie befasst sich mit der psychischen Form rassistischer Macht und mit Potenzialen der Transformation. Die Autorin befragte Personen mit Rassismuserfahrungen mittels problemzentrierter biographischer Interviews. Die Analyse verdeutlicht, wie tief alltägliche Rassismuserfahrungen in Selbst- und Weltverhältnisse eingreifen und in welch komplexer Weise Prozesse der Subjektbildung wirksam werden. Sie beleuchtet die Verantwortung des sozialen Umfelds bei Bildungsprozessen, das entweder Dominanzverhältnisse aufrecht erhalten und Diskriminierung fortsetzen oder aber kritische Handlungsfähigkeit und Widerständigkeit stärken kann. Daraus ergeben sich wichtige Impulse für Soziale Arbeit, Pädagogik und Psychologie.
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3. Subjektorientierung als Forschungsansatz - Forschungsdesign, Forschungsmethode und Methodologie

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Die vorliegende Studie verortet sich thematisch in der rassismuskritischen und subjektorientierten Forschung und ist methodisch biographisch und problemzentriert orientiert. Sie rekurriert sowohl auf sozial- als auch erziehungswissenschaftliche Ansätze und nimmt psychologische, pädagogische, psychoanalytische, philosophische, rassismus- und genderkritische Theorien sowie Zugänge der Postcolonial und Cultural Studies und der Migrationspädagogik auf. Die empirische Grundlage der Studie bilden Einzelinterviews mit Personen, bei denen Rassismus zur alltäglichen Erfahrung gehört. Die Interviews wurden in Anlehnung an das problemzentrierte Interview (Witzel 2000) erstellt. Im Zentrum standen biographische Erfahrungen, die in Anlehnung an den Forschungsansatz der Grounded Theory (Strauss/ Corbin 1996) ausgewertet wurden. In den beiden folgenden Kapiteln vier und fünf werden die Analysen dargestellt.

Rassistische Diskurse und Praktiken, die – im Kontext von Definitionsmacht sowie Ausschluss und Einbeziehung – subtil oder auch sehr offen macht- und gewaltvoll sein können, verweisen Andere auf Positionen oder bieten ihnen diese an. Forschung, die sich Andere zum Objekt macht, reproduziert diese Verhältnisse:

„Solange die sozialwissenschaftliche Beschäftigung sich nicht auf Minderheitenangehörige in ihrem (prekären) Status als handlungsfähige Subjekte bezieht, beschäftigt sie sich nicht mit Minderheitenangehörigen, sondern beispielsweise mit ihrer Funktion und Bedeutung für die ‚Aufnahmegesellschaft‘. Der sozialwissenschaftliche Diskurs über kulturell-ethnisch Andere in der Bundesrepublik Deutschland wird in dem und erst genau in dem Moment beginnen, wenn Andere nicht als ‚gläserne Fremde‘ (Griese 1984), sondern als widerständige Subjekte verstanden, betrachtet und zur Geltung gebracht werden. Dies aber wird erst dann...

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