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Krieg und Frieden

Kulturelle Deutungsmuster

Series:

Samuel Salzborn and Holger Zapf

Thema des Buches ist der Zusammenhang von Krieg und Frieden, zwei Schlüsselbegriffen der Politikwissenschaft. In ihrer reflexiven Bezugnahme sind sie kaum voneinander zu trennen, da die Präsenz des einen die Abwesenheit des anderen bedingt. Was wird in unterschiedlichen kulturellen Kontexten als Krieg und was als Frieden angesehen? Inwiefern fungieren beide Begriffe damit auch als politische Kampfbegriffe? Dies bedarf nach Ansicht der Autor(inn)en einer Analyse differenter und konkurrierender Vorstellungen von Krieg und Frieden. Ihre Erforschung der Verwobenheit von Kultur mit (Ideen von) Krieg und Frieden eröffnet eine wichtige Forschungsperspektive, da sie es ermöglicht, handlungsleitende Sinnbezüge herauszuarbeiten.
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Krieg und Frieden als kulturrelative Konzepte

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Krieg und Frieden sind Schlüsselbegriffe der Politikwissenschaft und zentrale Kategorien des Politischen. In ihrer reflexiven Bezugnahme sind sie nur schwerlich voneinander zu trennen, da die Präsenz des einen die Abwesenheit des anderen bedingt – und umgekehrt. Während der Schwerpunkt der politikwissenschaftlichen Forschung sich in den letzten Jahrzehnten verstärkt auf eine die Kriegsperspektive vernachlässigende Friedensforschung hin orientierte, wurde der Begriff des Krieges erst in jüngerer Zeit wieder verstärkt in den Mittelpunkt gerückt. Dass sowohl Friedens- wie Kriegsforschung nicht interessenfrei oder gar wertneutral betrieben werden kann, verweist auf ihre kulturellen Kontexte, die im internationalen und transkulturellen Vergleich erheblich differieren und das Feld einer umkämpften Debatte eröffnen. Was in unterschiedlichen Kontexten als Krieg und was als Frieden angesehen wird und inwiefern beide Begriffe damit auch als politische Kampfbegriffe fungieren, bedarf jedoch einer empirischen Analyse differenter und konkurrierender Vorstellungen von Krieg und Frieden.

Insofern trügt auch der erste Blick, nach dem Krieg und Frieden recht klare Begriffe zu sein scheinen. Denn schon auf den zweiten Blick wird deutlich, dass die scheinbare Klarheit allenfalls einer gewissen Naivität geschuldet ist. Das zeigt sich zum Beispiel, wenn versucht wird, ‚Krieg‘ empirisch operationalisierbar zu machen und zu diesem Zweck zu definieren – etwa im Rahmen der Forschung zum „Demokratischen Frieden“. Hier gilt Krieg in der Regel als „zwischenstaatlicher Gewalteinsatz, an dem reguläre Truppen mindestens zweier Staaten beteiligt sind, der von der Regierung angeordnet wurde und der mindestens tausend Tote unter den Streitkräften...

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